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Biel gewinnt das erste virtuelle Derby

Die Ersten werden die Letzten sein. Das wusste Roman Schild zum Glück noch nicht, als er als Erster auf der Redaktion der Berner Zeitung eintraf. Der 23-jährige Stürmer der SCL Tigers spielte zuletzt nur selten auf einer Spielkonsole, auf der XBox 360 feierte er gestern sogar seine Premiere. «Ich verlasse mich auf meinen Partner», sagte er deshalb. Jeder NLA-Spieler trat zusammen mit einem Fan zum ersten virtuellen Berner Derby an. Im Fall von Schild war dies Mario Rösti. Immerhin, vor dem Spiel gabs Hilfe von einem Konkurrenten. «Bully machsch so», erklärte ihm beim Einspielen Stefan Tschannen. Da direkt aus dem Training, erschien der Stürmer des EHC Biel leicht verspätet. Dafür brauchte er beim Gamen keine Anlaufzeit. Der 25-Jährige spielt das neue Eishockeyspiel «NHL 10» drei- bis viermal pro Woche zu Hause auf seiner Spielkonsole. Ebenfalls ein geübter Gamer ist Philipp Rytz, der Dritte im Bunde. «Ich spiele oft zusammen mit meinen SCB-Teamkollegen Roman Josi und Philippe Furrer.» Auch Etienne Froidevaux habe sich kürzlich eine Konsole gekauft. «Manchmal spiele ich auch online mit meinem Bruder Simon, der für Ajoie spielt», ergänzt Rytz. Im ersten Derby geht es gleich hart zur Sache. «Die gheiä immer um» oder «I la mi nid la provoziere» – der Berner Rytz zeigt Emotionen im Spiel gegen den EHC Biel. Doch die Seeländer können ihren Vorsprung erfolgreich verwalten. 11 Sekunden vor Schluss ziehen Rytz und sein Spielpartner Marcel Schneider den letzten Joker. Goalie Marco Bührer wird durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. Ohne Erfolg: Die Stadtberner müssen sich mit 1:2 geschlagen geben. Als Favorit starten die Bieler in die zweite Partie. Die SCL Tigers um den gameunerfahrenen Roman Schild sind krasse Aussenseiter. Doch so einfach geben sich die Emmentaler nicht geschlagen. Langnau gelingt früh das 1:0, dank Schild, der einen Penalty souverän verwandelt. «Dä möchti ja gseh in ächt», scherzt Zuschauer Rytz. Die Langnauer Freude ist aber nur von kurzer Dauer, am Ende resultiert eine 1:3-Niederlage. Im abschliessenden Derby zwischen dem SC Bern und den SCL Tigers hofft Schild, nachdem der Controller von Rytz Funktionsstörungen hat, vergeblich auf einen Forfaitsieg. Langnau verliert die Direktbegegnung um den zweiten Platz gegen den SCB mit 1:2, bereits zuvor stand Biel als die erste virtuelle Nummer eins im Kanton Bern fest. Er freue sich auf die Freinacht in Biel, scherzt Stefan Tschannen im Siegerinterview. Roman Schild habe ihn positiv überrascht, «denn für einen Neuling sei die Steuerung nicht ganz einfach», sagt Tschannen. Von Rytz hingegen sei er enttäuscht, so der Bieler augenzwinkernd, um gleich ein «Sorry» in Richtung des Berners zu schicken. Dieser bleibt gelassen, und sagt: «Zum Glück war das nur ein Spiel, aber ich verliere auch hier nicht gerne.» Am Dienstag werde dies aber wieder anders aussehen. Dann nämlich empfängt der SC Bern den EHC Biel zum nächsten «richtigen» Derby. Dann dürfte während des Spiels auch wieder weniger gelacht und gewitzelt werden. Doch auch virtuell könnte es in Kürze zu einer Onlinerevanche zwischen dem Bieler und dem Berner kommen. Die Koordinaten wurden vorsichtshalber schon einmal ausgetauscht. Raphael HadornResultate: EHC Biel (Stefan Tschannen, Stürmer/Levin Anliker) - SC Bern (Philipp Rytz, Verteidiger/Marcel Schneider) 2:1. EHC Biel - SCL Tigers (Roman Schild, Stürmer/Mario Rösti) 3:1. SCL Tigers - SC Bern 1:2. Rangliste (alle 2 Spiele): 1. EHC Biel 6. 2. SC Bern 3. 3. SCL Tigers 0. >

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