Zum Hauptinhalt springen

Burgdorfer Studenten räumen in Berlin ab

fachhochschuleErfolg für drei Studenten in Burgdorf: Simon Moser (25), Daniel Meier (25) und Simon Peter Roesti (28) gewannen einen internationalen Architekturwettbewerb in Berlin. Erstmals ging damit der Preis an ein Team aus der Schweiz.

174 Beiträge aus 34 Ländern gingen ein, 1369 Studenten nahmen teil. Daraus wurden 10 Projekte nominiert. Den ersten Platz belegte am Ende ein Team aus der Schweiz – genauer: drei Architekturstudenten der Berner Fachhochschule in Burgdorf. Zum vierten Mal wurde der Schindler Award – ein internationaler Wettbewerb für Studierende der Architektur – verliehen. Abgeräumt haben Simon Moser, Daniel Meier und Simon Peter Roesti. Mit ihrem Projekt «link it» holten sie den Preis erstmals in die Schweiz. Der Lohn für die Arbeit Als Austragungsort des Wettbewerbs wurde das Gelände der olympischen Spiele von 1936 in Berlin ausgewählt. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, ein Gebiet des Olympiaparks in einen Stadtteil zu verwandeln, der auch für Menschen mit Behinderung barrierefrei zugänglich ist. Die Preisverleihung fand Mitte Januar im ehemaligen DDR-Kinogrossraum Kosmos in Berlin statt. Die drei Studenten waren überrascht vom Erfolg. «Der Wettbewerb war die Gelegenheit, uns zu messen und das, was wir in der Schule gelernt haben, anzuwenden», erklärt Daniel Meier. «Als wir an jenem Abend erfuhren, dass wir auch noch gewonnen haben, waren wir einfach sprachlos», ergänzt Simon Moser. «Der beste Lohn für unsere Arbeit.» Stolz ist auch die Fachhochschule: «Etwas Besseres hätte uns gar nicht passieren können», sagt Peter Berger. Er und Guy Lafranchi begleiteten als Dozenten das Projekt. «Der Schindler Award ist der grösste Architekturpreis für Studenten in Europa und hat einen hohen Stellenwert», so Berger. Die Architekturabteilung in Burgdorf hat sich zum ersten Mal daran beteiligt. Ordnung ins Chaos Simon Moser, Daniel Meier und Simon Roesti überzeugten die 13-köpfige Jury mit einer durchdachten Lösung, die mit einfachen und minimalen Mitteln auskommt. Damit steht das Projekt «link it» im Gegensatz zur pompös inszenierten Naziarchitektur des Areals, denn das Olympiagelände wurde ursprünglich von den Nazis als Propagandabühne genutzt. Ausgesucht wurde der westliche Teil des Geländes. Hier ging es darum, neben den bereits bestehenden Sport- und Infrastrukturbauten, weitere Sportanlagen und ein 150-Zimmer-Hotel zu entwerfen. «Die Aufgabe bestand darin, einen Masterplan auszuarbeiten, der Ordnung ins Chaos bringt», umschreibt es der 25-jährige Daniel Meier. «Dabei galt es, auf Rollstuhlfahrer, blinde und gehörlose Menschen Rücksicht zu nehmen.» Im Mittelpunkt stand die Neuerschliessung der Waldbühne, ein Veranstaltungsort für Konzerte mit Platz für 20000 Zuschauer. Direkt am Gelände befindet sich eine S-Bahn-Station. Die Knacknuss: Wie bringt man die Leute ohne Hindernis vom Bahnhof zur Waldbühne? Einbezogen in ihre Pläne haben die Studenten nicht nur die Gebäude an sich, sondern auch die Umgebung, insbesondere den Wald, was schliesslich, so vermuten sie, den Ausschlag für den Sieg gab. Unter Zeitdruck Das Projekt war gleichzeitig auch das Thema der Bachelorarbeit von Moser, Meier und Roesti. Letzten Februar reisten die Burgdorfer Architekturstudenten nach Berlin, um das Areal in Augenschein zu nehmen. Viel Zeit für die Umsetzung blieb allerdings nicht: Ende Juli reichten sie die Pläne ein inklusive einem Modell für blinde und sehbehinderte Menschen, im September wurden die Nominierten bekannt gegeben. Innerhalb von fünf Wochen mussten sie daraufhin ein weiteres Modell bauen und an der Ausstellung im Januar präsentieren. Alle drei sind in Frutigen aufgewachsen, mittlerweile haben sie ihr Studium abgeschlossen und arbeiten als Architekten in Bern oder Zürich. Beim Schindler Award handelt es sich um einen Ideenwettbewerb; ob das Projekt oder Teile daraus realisiert werden, wissen die Gewinner nicht. «Aber vielleicht bleibt ja etwas hängen», sagt Simon Moser zum Schluss. Immerhin sassen auch Vertreter der Stadtverwaltung Berlin in der Jury. Nadja Noldin >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch