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Dealer wurde zu Recht zu 32 Monaten verurteilt

Ein Mitglied einer internationalen Drogenbande wurde vom Kreisgericht Thun zu 32 Monaten verurteilt. Offenbar zu Recht.

Die Strafjustiz musste sich mit einem Fall befassen, der ein bezeichnendes Bild auf die Drogenszene und die damit verbundene Beschaffungskriminalität wirft. Der ausländische Staatsangehörige A., aus dem Balkan stammend, zog nach Deutschland und stellte ein Asylgesuch, das abgelehnt wurde. Dies erfolgte ebenfalls in der Schweiz. A. erhielt jedoch später den Ausländerstatus des vorläufig Aufgenommenen. Er wurde finanziell durch die Asylkoordinations-stelle Thun für die Wohnungsmiete und für Essen und Kleider unterstützt. Mit Ausnahme einer kürzeren Beschäftigung als Pizzakurier arbeitete A. nicht. In Untersuchungshaft Er kam wegen Verdachts auf Drogengeschäfte in Untersuchungshaft, wobei er den Vorwurf vehement bestritt, was einer reinen Schutzbehauptung gleichkam. Dem standen Aussagen von drei jungen, in Thun wohnhaften Männern gegenüber. Sie sagten glaubwürdig aus, dass sie von A. Heroin gekauft hatten, womit sie sich selbst belasteten. Die einheimischen Abnehmer verkauften die Drogen teilweise weiter. Das Kreisgericht Thun sprach A. wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten, unter Anrechnung von 204 Tagen Untersuchungshaft. Dagegen appellierte der Angeklagte; die Verteidigung verlangte eine Reduzierung um 14 Monate. Das Obergericht (1.Strafkammer) bestätigte den Befund der Vorinstanz, dass es sich bei A. um einen Mittäter einer hochgradig organisierten internationalen Bande handelte. Auch hinsichtlich der gedealten Menge bestanden für die Feststellungen des Thuner Gerichts keine Zweifel. Innerhalb von 2 Monaten verkaufte der Delinquent 500 Gramm Heroingemisch; hinzu kamen Vorbereitungen für weitere 400 Gramm desselben Stoffes. Über dem Grenzwert Das veräusserte Heroingemisch entsprach 100 Gramm reinem Heroin, was deutlich über dem vom Bundesgericht festgesetzten Grenzwert von 12 Gramm reinem Heroin entspricht. Was darüber hinausgeht, ergibt laut Betäubungsmittelgesetz einen schweren Fall mit einer Mindeststrafe von einem Jahr. Das Obergericht hatte keinen Grund, die Sanktion der ersten Instanz zu ändern. Das Urteil blieb unangefochten und wurde somit rechtskräftig. Eduard Schneider>

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