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Der Sucht auf der Spur

Philipp Schmutz, Psychologe bei der «Berner Gesundheit», referierte in Burgdorf zum Thema «Suchtprävention – die Rolle der Eltern». Nur ein kleines Grüppchen Eltern liess sich für diesen Anlass begeistern.

Oft verbringen Kinder und Jugendliche sehr viel Zeit am Computer, kommen betrunken nach Hause oder konsumieren Drogen. Die Verunsicherung bei den Eltern ist jeweils gross. Sie wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Nicht wenige fragen sich, ob sie bei der Erziehung etwas falsch gemacht haben. Da kommt ein Informationsabend mit dem Titel «Suchtprävention – die Rolle der Eltern» gerade richtig. Könnte man zumindest meinen. Doch die vom Verein Elternbildung organisierte Veranstaltung lockte am Dienstagabend nur neun Personen ins Burgdorfer Gsteighofschulhaus. Kokain liegt im Trend Der Psychologe Philipp Schmutz von der «Berner Gesundheit» zeigte die neuen Trends bei legalen und illegalen Drogen auf. Der Alkoholkonsum von Jugendlichen nehme ab, die Alkoholvergiftungen zu, erläuterte er. Kokain werde immer beliebter und sei heute recht billig zu haben. Sucht sei nicht eine Willensschwäche, sondern eine Versklavung durch die Substanz. Es sei Illusion, ohne Hilfe aus einer Sucht herauszufinden. Schmutz zeigte den Weg vom Genuss über den Missbrauch bis hin zur Gewöhnung und der Sucht auf. Über eine Million Menschen in der Schweiz sind laut Schmutz diesen Weg mit der Flasche in der Hand gegangen und haben heute Alkoholprobleme. Keine Patentrezepte Doch was können Eltern tun, damit ihr Kind nicht süchtig wird? Schmutz gab darauf nur indirekte Antworten. Generelle Regeln und Präventionsstrategien seien nicht angezeigt, da es individuelle Lösungen brauche. «Wenn ein Jugendlicher mit einer Alkoholfahne nach Hause kommt, hilft der Befehl ‹Ab ins Zimmer!› nicht wirklich weiter; Eltern sollen nachfragen, wieso es dazu kam», sagte Schmutz. Wichtig sei auch, dass Eltern den Jugendlichen die Verantwortung für ihr Handeln nicht abnehmen würden: «Manchmal muss man sie ins Messer laufen lassen, gerade weil man sie gerne hat.» Die Eltern stellten dem Experten in erster Linie Fragen zum Internetkonsum. Wie man eine solche Sucht erkenne und das Kind davor schützen könne. Schmutz wies auf die Internetseite www.tschau.ch hin und bestätigte, dass Jugendliche relativ rasch internetsüchtig werden könnten, gerade wenn sie bei Rollenspielen mitmachen würden.Ursula Grütter >

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