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Gelungener Einstand für den neuen Könizer Trainer

volleyballJürgen Schreier, der kurzfristig inthronisierte Nachfolger von Headcoach Luiz Souza, hat Volley Köniz sowohl im Meisterschafts-Spitzenkampf gegen Leader Franches-

Die Gefühlswelt des Könizer Athletiktrainers Jürgen Schreier geriet vor dem Schlagerspiel bei Leader Franches-Montagnes mächtig durcheinander. Der 47-jährige Deutsche hatte 48 Stunden vor dem Spitzenkampf in den Freibergen von Sportchef Ronald Triller erfahren, dass er zum Cheftrainer aufgestiegen ist. Der bisherige Headcoach Luiz Souza bat aus familiären Gründen um Auflösung des Vertrags. Der 47-jährige Brasilianer vermisste seine in Portugal lebende Frau und die beiden Kinder. Er dürfte bei seinem ersten Engagement im Ausland auch die sprachliche Situation unterschätzt haben. Souza konnte sich nur bescheiden auf Englisch und Deutsch verständigen, was ihn zunehmend isolierte. Weil seine Kinder in Portugal eingeschult sind, machte es wenig Sinn, Souzas Familie nach Köniz zu holen. Die Vereinsleitung stellte den temperamentvollen Coach schon am Donnerstagabend frei, obwohl Souza mit seiner gegenwärtig in Köniz weilenden Familie erst nach Weihnachten in seine Heimat zurückkehren wollte. «Im Hinblick auf die wichtigen Europacupspiele gegen Linz Anfang Januar war es wichtig, dass Jürgen Schreier das Team bereits an diesem Wochenende führen kann», sagte Beat Ackermann, Delegierter des Verwaltungsrates der Volleyball Köniz Betriebs AG. Schreiers Einstiegsrede Schreier erlebte im tief verschneiten Les Breuleux also eine emotionale Premiere. «Natürlich war ich etwas aufgeregt», gab der gebürtige Aachener nach dem formidablen 3:2 (17:25, 25:21, 15:25, 25:17, 15:9)-Erfolg zu. Bescheiden führte Schreier aus, dass sein Einfluss gering gewesen sei: «Ich profitierte in erster Linie von der guten Vorarbeit Luiz Souzas.» Was hat der neue Teamchef den Spielerinnen bei seiner Einstiegsrede in der Kabine gesagt? «Verrichtet euren Job nicht wie Büroangestellte, sondern zeigt Gefühle und zelebriert jeden einzelnen Punkt», verriet der diplomierte Volleyballtrainer mit einem Schmunzeln. Was Schreier in diesem Moment verschwieg: Zelebriert hat die Könizer Punkte in dieser Saison vor allem Trainer Luiz Souza, der jeweils wie Rumpelstilzchen an der Linie entlanghüpfte. «Mir hat zuletzt die Leidenschaft gefehlt – und die wollte ich gegen Franches-Montagnes sehen», sagte Schreier. Zwei perfekte Wechsel Anika Schulz zeigte sich ebenso überrascht wie die anderen Spielerinnen, dass Luiz Souza Köniz verlässt. «Wir haben die Nachricht am Donnerstagabend erfahren», sagte die deutsche Führungsspielerin. Schreier habe «ruhiger und sachlicher» gecoacht als Souza. «Vor allem das gewonnene Tiebreak nach einer 7:0-Führung gibt uns Moral für die weiteren Begegnungen», meinte Schulz, die nach der Partie zur besten Spielerin ausgezeichnet wurde und ihre Weihnachtsguetzli unter die feiernden Kolleginnen verteilte. Libera Maria Bertelli, die Fachkraft für die Defensive, reagierte gelassen auf den Führungswechsel: «Wie immer der Trainer auch heisst – wir sind Profis und machen unseren Job.» Jürgen Schreiers Handschrift war gegen Franches-Montagnes bei zwei erfolgreichen Wechseln zu erkennen: Am Ende des dritten Satzes ersetzte er die wenig glückhafte Passeuse Kristel Marbach mit der servicestarken Elisandra Sebben (zwei Asse). Ein gelungener Schachzug war in diesem Moment auch die Hereinnahme Sarina Schafflützels. Das Könizer Nesthäkchen konnte die Annahme entscheidend stabilisieren. Im dritten Satz hatte der Berner Vorortsklub von Tabea Dalliard sechs (!) Asse kassiert. Satzverlust gegen Biel Im gestrigen Achtelfinal des Schweizer Cups hielt sich Köniz gegen das punktlose NLA-Schlusslicht Biel schadlos. Noch etwas gezeichnet vom hart umkämpften Spitzenkampf und ohne zu glänzen gewann der Berner Vorortsklub 3:1 (25:19, 25:16, 19:25, 25:15).Thomas Wälti>

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