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Gospelchor trifft auf Jodelgesang

Meiringen/thunGospel, Solojodel und Orgelmusik: In Meiringen und in Thun erlebte das Publikum eine ganz spezielle Mischung – und reagierte begeistert.

Ein Naturjutz als Einstieg, ein Medley auf der Orgel, ein Lied der Gospelgruppe Meiringen: Damit waren die Musiker des Konzertes vom Samstag in der Kirche Lerchenfeld, das am Tag darauf auch in Meiringen stattfand, vorgestellt. Jeder als Solist und noch ohne Verbindung zu den andern – oder doch? In der spannenden Begegnung spürte man die Unterschiede und erlebte die Gemeinsamkeiten. Der Crossover wurde möglich dank der Offenheit der Musiker, sich einmal auf etwas anderes einzulassen, und auch dank des neugierigen Publikums. Die Idee zu diesem besonderen Konzert hatte die Gospelgruppe Meiringen mit ihrer Leiterin Annette Balmer. Balmer ist eine mitreissende Chorleiterin, die die Solopartien jeweils selber übernimmt und der die Freude an der Musik ins Gesicht geschrieben steht. Die Gospelgruppe besteht aus rund 30 Männern und Frauen, deren Begeisterung sich aufs Publikum übertrug. Das geschickt zusammengestellte Programm liess zu, dass sich die Zuhörer in die Atmos-phäre der Gospellieder versenken konnten. Dann waren mehrere Stücke mit Solojodler Sämi Zumbrunn aus Unterbach zu hören. In diesem Teil des Programms wirkte die Orgel als diskrete Begleiterin. Kenner von Adolf Stählis Werk Die Orgelbearbeitung des Adolf-Stähli-Liedes «Am Thunersee» von Jürg Neuenschwander aus Burgdorf zeigte auf, wie vielseitig und ohne Berührungsängste heute auch die Kirchenorgel eingesetzt wird. Neuenschwander ist ein grosser Kenner des Werks von Adolf Stähli. Seine Spezialität ist die Übertragung von Volksmusik auf die Kirchenorgel. Doch, wie Neuenschwander zeigte: Auf der Orgel lässt sich auch etwas Modernes spielen, so die Filmmusik «Fame». Die Begegnung von Jodel, Gospel und Orgel ist eigentlich recht logisch zu erklären. Moderatorin Christine Kehrli-Moser erklärte es so: Blickt man zurück, dorthin, wo Jodel und Gospellieder früher eingesetzt wurden, so sieht man die Verbundenheit dieser Musik mit dem täglichen Leben der Älpler und der Sklaven, die Gott um seinen Beistand anriefen. Die Orgel, das Instrument der Kirche und des Gottesdienstes, passt deshalb ausgezeichnet dazu. Warum nicht ein Konzert organisieren, das diese Begegnung ermöglicht? Die Verbindung der verschiedenen Musikstile gelang im Lied «Amazing Grace», wo Sämi Zumbrunn eine Art Oberstimme sang, was dem Chor zusätzliches Volumen gab und das Lied noch eindrücklicher machte. «Happy Day» als Höhepunkt Im Stück «Yse Herrgott» aus der Jodlermesse erlebte das Publikum einen einfühlsamen Sämi Zumbrunn, gefühlvoll unterstützt von Jürg Neuenschwander. Und dann folgte der Höhepunkt mit dem Stück «O Happy Day». Da gelang das perfekte Zusammenspiel von Orgel, Chor und Jodel und begeisterte das Publikum, das mit einem langen Applaus dankte.Margrit Kunz>

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