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Gute Perspektiven dank Berner Basis

Die in Herrenschwanden trainierende Walliserin Jeanine Cicognini hat am Badminton Swiss Open in Basel die 2.Runde erreicht.

Es ist eine ungewohnt grosse Bühne, welche Christian Bösiger am Badminton Swiss Open, einem der weltweit renommiertesten Turniere, betritt. Noch «grösser» ist sein Gegner – der Solothurner trifft in der 1. Runde vor 2000 Zuschauern auf den Chinesen Long Chen, Weltnummer 10. Er erlebe ein Déjà-vu, erzählt der 25-Jährige, welcher nach diversen Verletzungen auf Position 218 der Weltrangliste abgerutscht ist. Bereits in den vergangenen Jahren traf er jeweils auf einen asiatischen Widersacher. Und wie in der Vergangenheit zieht er den Kürzeren. Bösiger verliert 11:21, 9:21. Besser ergeht es Jeanine Cicognini, der helvetischen Ausnahmeerscheinung. Die Weltnummer 44 bezwingt ihre leicht besser klassierte britische Gegnerin 22:20, 21:18 und erreicht die Achtelfinals. Ein wertvoller Sieg am «Wimbledon des Badmintons», wie die Walliserin ihr Heimturnier bezeichnet. Heute trifft sie auf die in Reichweite liegende Ella Diehl (Russ). Vergangenen November gewann Cicognini in Budapest ihr erstes internationales Turnier; ihr Selbstvertrauen befindet sich am Höhepunkt, die Selbstzweifel («ich brauche in hohem Masse Bestätigung durch Erfolge») scheint die 23-Jährige abgelegt zu haben. Cicognini, die im Alter von 16 Jahren zu Trainingszwecken nach Dänemark gezogen war, trainiert im Sportcenter Thalmatt in Herrenschwanden. Dort ist das Nationalteam beheimatet, «dort will ich die Grundlage schaffen, um bei Olympia 2012 in London etwas Aussergewöhnliches zu erreichen». Cicognini bleibt indes realistisch: «Vom Sport leben kann ich nicht. Badminton bleibt hier zu Lande weitgehend unbeachtet.» Auch Bösiger trainiert im Bernbiet, er lobt das Know-how der ausländischen Trainer und erklärt, das Leistungszentrum sei die ideale Basis für die nächsten Jahre. Er möchte unter die besten 60 Spieler der Welt vordringen – mehr dürfte mangels besserer Trainingspartner kaum zu erreichen sein. Der Schritt ins Ausland komme für ihn eher nicht in Frage. Zu vieles müsste er aufgeben, zu vage wären die Erfolgsaussichten. London dürfte auch Bösigers finales Ziel sein. Spricht Nachwuchs-Nationaltrainer Donovan Cuntapay über die Zukunft, strahlt er Zuversicht aus. «Wir sind auf dem richtigen Weg und keine Exoten mehr.» Blicke er Richtung Holland – dem Badminton-Mekka ausserhalb Asiens – falle ihm auf, dass viele Spieler über 30 Jahre alt sind. Anders als vor einigen Jahren verfüge die Schweiz dagegen über ein Reservoir an hoffnungsvollen 15–17-jährigen Talenten. Eine neue Nummer 1 sei zwar nicht dabei, vor allem bei den Frauen hält es Cuntapay jedoch für möglich, dass einer Spielerin der Durchbruch gelingt. Er denkt dabei an die Burgdorferin Nadia Fankhauser (16), welche an der U17-Europameisterschaft den Viertelfinal erreichte. Mit ihren Klubkollegen Joel und Janis Schneider besucht sie im Appenzell eine Badminton-Sportschule.Philipp Rindlisbacher>

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