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Im Wahn zugeschlagen

Gestern hat das Kreisgericht Aarberg einen geisteskranken Mann von der versuchten vorsätzlichen Tötung freigesprochen.

Der Angeschuldigte sei davon überzeugt, dass seine Wahrnehmung richtig sei und er nicht an einer psychischen Störung leide. Dies sagte gestern Gerichtspräsidentin Elisabeth Ochsner an der Urteilsverkündung in Aarberg. Die Psychiater des Forensisch-Psychiatrischen Dienstes in Bern hätten jedoch bei David (Name geändert) eine Paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Aufgrund dieser Krankheit sei er nicht schuldfähig und «Schuldunfähigkeit führt immer zu Freispruch». Die Gerichtspräsidentin führte aus, was in der Nacht vom 16.Mai 2009 in einem Durchgangszentrum für Asylsuchende geschehen ist: David bewohnte ein Zimmer mit drei Nepalesen. Er war davon überzeugt, diese würden ihn des Nachts, während er schläft, sexuell missbrauchen. «Er dachte, es seien Medikamente oder ein Zauber im Spiel, weil er nichts davon bemerkt hatte», so Ochsner. Beschluss, zu töten Manchmal, so hat David früher ausgesagt, habe er «Geräusche gehört wie von zusammenschlagendem Eisen», sagte die Gerichtspräsidentin. David fasst den Entschluss, seine Peiniger zu töten. In besagter Nacht sind nur zwei von drei anwesend, als er mit einer Eisenstange auf die Schlafenden wieder und wieder einschlägt. Als ihm die Eisenstange aus der Hand gleitet, greift er sich ein Messer und sticht wild drauflos. Dann gebraucht er noch die Fäuste. Die Opfer erleiden Brüche am Kiefer, an Beinen und Armen, zahlreiche Stichverletzungen und Quetschwunden am Kopf. «David war nicht fähig, das Unrecht seiner Tat einzusehen», so Ochsner. Das Tatmotiv sei aus seinem Wahn hervorgegangen, und «aufgrund seines Wahns hat er für sich logisch gehandelt». Das Gericht habe keinen Grund, das psychiatrische Gutachten anzuzweifeln. Laut Ochsner stammt David aus Eritrea. Er sei aus dem Militärdienst desertiert und 2008 in die Schweiz geflüchtet. Brigitte Jeckelmann/bt >

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