Zum Hauptinhalt springen

Juwelen zum Ewigkeitssonntag

SpiezMit Mozart und Michael Haydn sorgte der Kirchenchor am Ewigkeitssonntag für ein erfrischendes und leidenschaftliches Konzert. Die Sängerschar, die Solisten und das Ensemble La Corona überzeugten mit delikatem Musizieren.

Der auf 80 Mitwirkende erweiterte Kirchenchor Spiez unter der Leitung von Urs Schweizer, das Solistenquartett mit Daniela Eaton (Sopran), Melanie Veser (Alt), Tobias König (Tenor) und Christian Marthaler (Bass), das Ensemble La Corona Bern (mit Konzertmeisterin Evelin Aebli) und Esther Niederer (Orgel) boten ein feierliches Konzert zum Ewigkeitssonntag. Helle Stimmen sorgten für wohltuenden Hörgenuss. Auffallend war die gute Wirkung der offenen Choraufstellung mit den Männerstimmen in der Mitte zwischen Sopran- und Altstimmen. Stimmen verflechten sich Dem äusseren Rahmen einer Missa brevis entspricht Mozart durch eine sparsame Besetzung mit vier Vokalsolisten (Chor, Violinen, Bass und Orgel). Inspirierend und erfrischend sangen Chor und Solisten. Delikat begleitete das kleine Orchester, wie es in Salzburg üblich war, weitgehend an den Singstimmen orientiert und trat in Themen verarbeitenden Partien mit eigenständigen Motiven hervor. Aufhorchen liess im Fugato des Kyrie II die obligate Bassfiguration des Ensembles. Den Ausführenden gelang es trotz besonders textreichen Stellen, in deutlichen und für den Hörer nachvollziehbaren Wort-Ton-Bezügen zu gestalten. Trotz der sich ergebenden Knappheit des Aufbaus und raschen Übergängen kamen deutlich detailreiche Bezüge zum Ausdruck. Imitatorische Stimmverflechtungen in Domine Deus Agnus Dei und im abschliessenden «Amen» sorgten für Höhepunkte des Glorias. Vom Licht und Dunkel Der Spiezer Kirchenchor tauchte auch in die weniger bekannte Juwele ein. Haydns Requiem c-Moll entpuppte sich als eine eingängige Totenmesse, berückend schön. Trotz dem üblichem Rahmen der Klassik bot das Werk einige Überraschungen, die beispielsweise in lebhaften Geigenstimmen zum Ausdruck kamen. Trompeten standen zwei Posaunen und Bassposaunen gegenüber mit weichem, rundem und dennoch differenziertem Klang. Eindrücklich wirkten die Gestaltung von Bildern der Hoffnung, der liebevollen Zuwendung Gottes, der Ruhe ausstrahlende Lobgesang und der düstere Klang einer Totenprozession. Licht und Dunkel wurden in unaufgelöster Spannung einander gegenübergestellt. Heidy Mumenthaler>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch