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Katon gefährdet 220 Stellen

Burgdorf320 Arbeitsplätze respektive knapp 220 Vollzeitstellen gingen verloren, wenn der Regierungsrat den Fachhochschulstandort Burgdorf wie geplant aufgäbe.

Samuel Leuenberger, Grossrat und Präsident der Region Emmental, brachte es unlängst an einer Tech-Pressekonferenz in Burgdorf auf den Punkt: «Kein Wunder, dass nicht nur wir, sondern auch Bern und Biel vehement dafür kämpfen, Fachhochschulstandort zu bleiben; wer eine Fachhochschule hat, hat etwas Gewichtiges.» Würden das Emmental und der Oberaargau das Tech in Burgdorf verlieren, fiele für die Regionen ein starker Identifikationsfaktor nach innen und aussen weg. Das Burgdorfer Tech ist aber nicht nur Identifikationsfaktor, regionaler Werbeträger und seit gut 100 Jahren fest mit der Stadt verwurzelt – die Ausbildungsstätte ist auch eine der grösseren Arbeitgeberinnen in der Region. Darauf legte der grüne Burgdorfer Grossrat Christoph Grimm den Finger, als er im Kantonsparlament einen Fragenkatalog einreichte. Er tat dies mit Blick auf die umstrittenen Pläne des Regierungsrats, Burgdorf als Fachhochschulstandort mittelfristig aufzuheben und alle technischen Bereiche in einem neuen Campus in Biel zu konzentrieren. «Wie viele Vollstellen gehen durch die Schliessung der BFH am Standort Burgdorf verloren?», wollte Grimm unter anderem wissen. Und: «Wie ist dieser Entscheid mit der kantonalen Regionalpolitik und der Wachstumsstrategie vereinbar, die die Wettbewerbsfähigkeit im ländlichen Raum stärken und die Regionen an der wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben lassen will?» Fast gleich viel wie Roche Offiziell antworten wird der Regierungsrat im Januar, wenn er dem Grossen Rat auch den detaillierten Bericht zum Standortentscheid vorlegt. Die schriftliche Stellungnahme liegt jedoch bereits vor. Darin nennt die Regierung zuallererst Zahlen: Mit der mittelfristigen Tech-Schliessung gingen knapp 220 Vollzeitstellen verloren, verteilt auf 320 Arbeitnehmende. Zum Vergleich: Mit der Schliessung von Roche gehen 350 Stellen verloren – «für Burgdorf als Wirtschaftsstandort der schwärzeste Tag seit meinem Amtsantritt», wie Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch vor einem Jahr kommentierte. Dennoch: Für den Regierungsrat sind der Abzug der Fachhochschule und die angestrebte Förderung der Regionen kein Widerspruch. Regionalpolitische Erwägungen seien bei der geplanten Konzentration der BFH nur ein Aspekt «unter gewichtigen anderen», schreibt die Regierung. Bei den Fachhochschulplänen gehe es in erster Linie um einen strategischen Entscheid zum langfristigen Erhalt der Schule. Vergleiche man Bern, Biel und Burgdorf, schneide die Emmestadt in Sachen Urbanität schlechter ab. Burgdorf sei zwar besser erreichbar als ursprünglich taxiert, das wirke sich jedoch auf den Entscheid nicht weiter aus. Im Übrigen, hält der Regierungsrat fest, lasse er die Regionen nicht fallen, sondern fördere sie im Rahmen der «Neuen Regionalpolitik» gezielt im Einklang mit ihren jeweiligen Stärken. Hans Herrmann>

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