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Knatternd über drei Pässe gebrettert

600 Töffli bretterten

Puch, Cilo oder Hercules: Wer beim Lesen dieser Markennamen plötzlich ein verträumtes Lächeln auf den Lippen hat, ist wohl direkt in die Jugendzeit zurückversetzt worden. Dass diese Namen immer noch viele nostalgische Gefühle auslösen, bewiesen am vergangenen Samstag rund 600 Töffli-Freunde, die sich in Meiringen einfanden, um im Rahmen des Red Bull Alpenbrevet mit ihrem Chlapf Grimsel, Furka und Susten zu überqueren. Auf handelsüblichen Mofas mit 49 Kubikmeter Leistung legten die Teilnehmer an diesem Samstag 132 Kilometer zurück. Gewinner war, wer der Richtzeit von 4 Stunden und 34 Minuten am nächsten kam. Es gewann also der Konstanteste, nicht der Schnellste. In der Kategorie Automatik war dies Aleksandra Popovic und in der Kategorie Zwei-Gang Ranko Haslinger, beide aus Kroatien. Am weitesten von der Richtzeit entfernt war wohl eine Nidwaldner Töffli-Truppe, die über neun Stunden nach dem Start im Ziel eintrudelte. Zurückzuführen war diese Zeit anscheinend auf einen ausgiebigeren Gastwirtschaftsbesuch unterwegs Aus den USA angereist Zeitboni gab es zu gewinnen für den richtigen Stil, sowohl des Fahrgeräts als auch des Fahrers. Von der Postuniform über die Lederkluft bis zu einem über die Schultern geschwungenen Ziegenfell war alles zu bewundern. Auch an den Mofas wurde mit Kreativität nicht gegeizt. So hatte zum Beispiel ein Teilnehmer eine bequeme Kabine um seinen Sattel gebaut, komplett mit Stereoanlage. Den weitesten Weg hatte Steven Rosen aus Sacramento, USA, auf sich genommen. Der Amerikaner hatte zusammen mit Freunden Geld gesammelt, um sich dieses Abenteuer finanzieren zu können. «Es war grossartig. Ich habe viele nette Leute kennen gelernt», freute sich Rosen, obwohl es für ihn renntechnisch nicht wunschgemäss aufgegangen war. Schon an der Grimsel hatte sein Töffli den Geist aufgegeben, und er musste im Besenwagen Platz nehmen. Vielleicht war es ein Trost, dass er nicht der Einzige war, der sein Rennen wegen technischen Defekts aufgeben musste. «Es ist wunderbar, hier zu sein», so der Kalifornier, der sich die Afterparty nicht von seinem Unglück verderben liess. «Wir waren überwältigt» Nathalie Lüthi, Medienverantwortliche von Red Bull Schweiz, zeigte sich «super happy» mit dem Anlass: «Wir waren überwältigt von der Nachfrage. Wir hatten eigentlich zuerst mit 250 Teilnehmern gerechnet.» Das zeige, dass sich die Leute gefreut hatten über die Gelegenheit, den Töffli-Kult wieder aufleben zu lassen. Erfreulich sei auch, dass es ausser ein paar defekten Mofas keine Schäden oder Unfälle gegeben habe. Überall hätten Leute am Strassenrand den Mofa-Piloten zugejubelt, und auch Autos hätten ständig angehalten, um sich das Spektakel etwas genauer anzusehen, sagte Lüthi erfreut. Ob nach diesem gelungenen Revival der Kultobjekte auch im nächsten Jahr wieder Töffli über die Alpenpässe fahren werden, sei noch nicht definitiv entschieden. Nathalie Lüthi: «Es spricht im Grunde aber nichts dagegen.» Hans Boss Rangliste: www.redbullalpenbrevet.ch >

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