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Lehrer darf nicht mehr unterrichten

region thunDie Erziehungsdirektion hat einem Lehrer, der kinderpornografische Bilder konsumierte, zu Recht die Unterrichtsberechtigung entzogen. Das entschied das Verwaltungsgericht.

Im Sommer 2007 fand die Kantonspolizei bei einem Oberstufenlehrer aus der Region Thun Unmengen kinderpornografisches Material. Nebst den strafrechtlichen Folgen – ein Jahr Freiheitsstrafe bedingt und die Anordnung, sich einer Therapie für Sexualstraftäter zu unterziehen – hatte sein Kinderpornokonsum auch berufliche Konsequenzen. Im Nachgang zum Urteil entzog die Erziehungsdirektion (ERZ) dem Lehrer die Unterrichtsberechtigung. Willkürliche Regelung In seiner Beschwerde ans Verwaltungsgericht hatte der Lehrer eine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit geltend gemacht, da ihm durch den Entzug auch die Tätigkeit im privaten Bildungssektor erschwert sei. Zunächst rügte er, die gesetzliche Grundlage sei unzureichend. Die Regelung, wonach die Berechtigung entzogen werden könne, «wenn die Voraussetzungen für deren Erteilung nicht mehr erfüllt sind», sei zu unbestimmt. Das Gericht war anderer Meinung: «Der Zweck der Regelung ist klar: die Anstellung von Personen, die für den Schuldienst ungeeignet sind, soll verhindert werden. Zugelassen werden sollen charakterlich gefestigte Personen mit persönlicher Kompetenz und vertretbaren Werthaltungen», heisst es im gestern veröffentlichten Urteil. Der Lehrer hatte der ERZ eine «altmodische moralische Überhöhung des Lehrerberufes» vorgeworfen. Die moralische Verantwortlichkeit, die er als Lehrer durchaus trage, auch in seine eigenen vier Wände zu verlagern, führe zu weit. Zudem gehe von ihm keine Gefahr für die Kinder aus. Mit der Verurteilung wegen Kinderpornografie sei er nicht automatisch ungeeignet für den Lehrerberuf. «Gemäss Gesetz darf einer Lehrkraft die Unterrichtsberechtigung entzogen werden, wenn ihr die Eignung zur Lehrtätigkeit abgeht», fasste das Gericht zusammen. Die Verurteilung und das psychiatrische Gutachten hätten gezeigt, dass der Lehrer «die dafür nötige Achtung vor der Persönlichkeit, insbesondere der sexuellen Integrität der Kinder und Jugendlichen, nicht mitbringt». Das Verwaltungsgericht rief in Erinnerung, dass von Lehrkräften nicht «moralische Reinheit» verlangt werde, aber charakterliche Festigkeit auf dem Gebiet der Sexualität. Sinnlose Stigmatisierung? Zu prüfen blieb, ob die Massnahme auch verhältnismässig ist. Obwohl keine Übergriffe auf Kinder stattgefunden hatten und ihm im schulischen Bereich kein Pornokonsum vorgeworfen wurde, sei die Massnahme notwendig: «Einerseits lässt sich eine Gefährdung von Schülern nicht gänzlich ausschliessen. Andererseits verunmöglicht sein Verhalten den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses mit Schülern, Eltern und Lehrkräften», heisst es im Urteil. Eine «sinnlose Stigmatisierung» und «zweite Bestrafung», wie sie der Lehrer bezeichnet hatte, sei die Massnahme nicht, fanden die Richter. Nora Scheidegger>

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