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Reizvolles Ausharren in der Lauerposition hinter Ott

curlingTrotz unverhoffter Konkurrenz beginnt der Berner Damencup morgen mit einem starken Teilnehmerfeld. Mit einem ehrgeizigen Ziel ist

Die Verzögerung nehmen die jungen Damen spielerisch in Kauf. Am Dienstagabend, drei Tage vor Turnierbeginn, bereitet sich das beste Berner Frauenteam auf den Damencup vom Wochenende vor. Der Fototermin nimmt einige Minuten in Anspruch, und weil die Zeiträume auf der Curlingbahn Allmend eng sind, bleibt den jungen Talenten danach nicht mehr allzu viel Zeit zum Training. Michèle Jäggi (23), Nicole Schwägli (24), Stéphanie Jäggi (26) und Marisa Winkelhausen (22) haben sichtbar ihren Spass am Spiel – im Endspurt der Saison geht es für eines der jüngsten Teams im Proficurling aber noch um viel. Ott ist nicht nur Schatten «An der Schweizer Meisterschaft im Februar wollen wir unbedingt eine Medaille holen, Platz zwei hinter Mirjam Ott liegt drin», sagt Stéphanie Jäggi, die Cousine von Michèle. «Nein, wir wollen doch gewinnen», fordert Team-Küken Marisa Winkelhausen ihre Kolleginnen heraus. Das Selbstvertrauen ist gross im Team von Trainer Theo Schneider, und an der für Erfolge nötigen Erfahrung werden die vier Hobbycurler im Profibetrieb auch immer reicher. «Unser Ziel am Damencup ist der Viertelfinal», erklärt Michèle Jäggi. Damit wäre man auch am Sonntag, dem Finaltag, noch immer dabei. Dahin führen viele Wege, denn wie in den letzten Jahren wird wieder im bewährten Modus mit Sieger- und Verliererstrassen gespielt (siehe Kasten). Das Team um Skip Michèle Jäggi zählt hinter Zugpferd Mirjam Ott und den Formationen aus Aarau und Flims zum Besten, was das nationale Frauencurling bietet. Im Schatten der eben an der EM wieder sehr erfolgreichen Mirjam Ott stehen die Bernerinnen nach eigenen Aussagen aber nicht. «Natürlich vertritt sie die Schweiz an vielen internationalen Turnieren und steht uns so gewissermassen ein wenig vor der Sonne», sagt Skip Jäggi. Doch wenn die nationale Konkurrenz auf einem hohen Niveau spiele, habe das vor allem positive Wirkung, da man sich ja oft mit ihr messe. Auch so kommen die vier Jungcurlerinnen noch zu genügend internationalen Auftritten. Nach dem einmal mehr ansprechend besetzten Berner Cup folgt sogleich das «Glynhill Ladies International» in Glasgow, eines der sieben internationalen Turniere, das die Bernerinnen bestreiten, welches ausserdem zur World Curling Tour zählt. Unverhoffter Lockvogel Ein weiteres Mitglied der Familie Jäggi sorgt am Berner Traditionsturnier jeweils für starke Konkurrenz. Anita Jäggi, die Mutter von Michèle, bucht die Teams für den Damencup. Bereits im Mai beginnt sie mit der Einladung, dieses Jahr sprangen einige Spitzenteams aber unverhofft noch ab. Lockvogel war der Continental Cup, der nun ebenfalls im Januar stattfindet, just am selben Wochenende wie der Damencup. Und weil an diesem Turnier die besten Mannschaften der Welt als Kontinente gegeneinander antreten, fehlt in Bern nun die absolute Spitze. «Namhafte Absenzen sind vor allem Mirjam Ott, die Weltmeisterinnen aus Deutschland sowie die Vorjahressieger aus Kanada um Jennifer Jones», sagt Anita Jäggi. Doch im Teilnehmerfeld ist nach wie vor grosse Klasse vertreten: Die Europameisterinnen aus Schweden (Skip Stina Viktorsson), das zweite schwedische Team (Anna Hasselborg) sowie die Vorjahressiegerinnen aus Japan (neu Mayo Yamaura). Ein Verschieben des Turniers komme eher nicht in Frage: «Curling ist ein Halbjahressport, da gibt es zwingend dichte Terminpläne.» Anita Jäggi schätzt die Skandinavierinnen stark ein: «Ich vermute, dass ein schwedisches Team den Final bestreitet», tippt sie, «hoffentlich gegen einen Schweizer Vertreter, am liebsten die Bernerinnen.» Auch sie traut ihnen viel zu. Die junge Formation ist in Form, im weltweiten Ranking fungieren sie als zweitbestes Schweizer Team, noch immer hinter Mirjam Ott. Doch dort harren die jungen Damen schon lange aus – und vielleicht wird Rang 2 ja bald zur Lauerposition. Moritz Marthaler>

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