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«Selbsthilfe ist nicht zu unterschätzen»

Thun/OberlandSeit dem 1. Januar ist der Verein Selbsthilfezentren BE Träger der vier gleichnamigen Zentren in Thun, Bern, Biel und Burgdorf. Vereinspräsident ist der Thuner Sandro Genna. Er will das Angebot für die Bevölkerung greifbarer machen und ist überzeugt: «Selbsthilfe ist nicht zu unterschätzen.»

Das in Thun stationierte Selbsthilfezentrum Berner Oberland existiert seit dem 1. Januar 2004. Bisher bildete die Basler Stiftung Kosch (Koordination und Förderung von Selbsthilfezentren in der Schweiz) das institutionelle Dach. Per 1. Januar hat dies geändert: Neu amtet der im Oktober gegründete Verein Selbsthilfezentren BE mit Sitz in Bern als Trägerschaft (vgl. Kasten «Geschichte»). Vereinspräsident ist der gebürtige Thuner Rechtsanwalt Sandro Genna. Im Vorstand ebenso dabei ist unter anderen der bekannte Oberländer Arzt und alt Nationalrat Paul Günter. «Selbsthilfegruppen beseitigen zwar keinen Krebs, aber sie können den Heilungsprozess unterstützen. So oder steigern sie die Lebensqualität der Betroffenen», sagt Genna. Der Präsident zeigt sich überzeugt: «Die Selbsthilfe ist nicht zu unterschätzen.» Zurzeit gibt es im ganzen Berner Oberland rund 60 Selbsthilfegruppen, einige weitere stehen vor der Gründung (vgl. Kasten «Gruppengründung»). Das Spektrum der einzelnen Gruppen reicht von Brustkrebs über Epilepsie oder Demenz bis zu Alkoholproblemen, Trauerbewältigung oder Essstörungen. Aufholbedarf auf dem Land Die Aufgabe des Selbsthilfezentrums ist es, Betroffenen oder Angehörigen bei der Gründung von Gruppen, aber auch bei Fragen jeglicher Art helfend zur Seite zu stehen. Die Gruppen funktionieren sonst weitgehend autonom und organisieren sich selber. «Mit der neuen Trägerschaft aus der Region wollen wir das Angebot für die Menschen bekannter und greifbarer machen», erklärt Genna. Dies sei auch nötig, denn in den ländlichen Gebieten seien – im Gegensatz zu Thun und Agglomeration – Selbsthilfegruppen oftmals noch ein Fremdwort. Kaderli kommt für Bommeli Personell kommt es im Selbsthilfezentrum in Thun per Ende Januar zu einem Wechsel: Der Steffisburger Sozialarbeiter Roland Bommeli verlässt das Team altershalber nach über fünf Jahren, seine Nachfolgerin wird die Spiezerin Heidi Kaderli-Schläppi. Rückblickend bezeichnet er jene Momente als Highlights, «in denen wir die Gründung neuer Gruppe aktiv unterstüzten konnten». Für ihn ist klar: «Selbsthilfe ist kein Ersatz für den Besuch beim Arzt oder Psychiater. Aber es ist eine wertvolle Ergänzung.» Die gute Wirkung bestätigt Sozialpädagogin Adrienne Scheurer-Villet, die auch im Zentrum arbeitet: «Studien haben gezeigt, dass Menschen aus Selbsthilfegruppen durch den Austausch generell besser informiert sind und daher gezielter professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.» Vereinspräsident Sandro Genna leitet daraus das Ziel ab: «Leute im Berner Oberland mit Problemen sollen immer auch an die Selbsthilfe denken.»Gabriel Berger >

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