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Sie bauen auf die Kraft der Sonne

Im nebelarmen Trub sind die Voraussetzungen für Solaranlagen besonders gut. Deshalb, und weil sie fast 2 Millionen auf der hohen Kante hat, fördert die Genossenschaft Energie Trub solche Anlagen ab

Sie sind ziemlich unauffällig, die zehn Quadratmeter Sonnenkollektoren auf dem Dach. Aber ihre Wirkung ist erstaunlich: Jetzt, da es so sonnig-warm ist, heizen die Kollektoren den ganzen 1000-Liter-Wasserspeicher innert zweier Tage auf 80 Grad auf. «Und das einzig mit der Kraft der Sonne. Es wäre doch schade, das nicht auszunützen», sagt Heinz Rüegsegger. Er, seine Lebenspartnerin Margret Beer sowie die Söhne Noah (9) und Aron (7) verwirklichen im Neubaugebiet vis-à-vis der Truber Käserei Mühlekehr den Traum vom eigenen Einfamilienhaus. Derzeit werden die Bodenplatten verlegt, in den nächsten Tagen kommt die Küche – und Ende Juli kann die Familie bereits einziehen. Dank der Solaranlage wird sie längerfristig zwar Strom sparen können, kurzfristig entstehen aber Mehrkosten in der Grössenordnung von 20000 Franken. 3000 oder 5000 Franken Die Familie Rüegsegger/Beer hat den Vorteil, dass sie im Gebiet der Genossenschaft Energie Trub baut. Diese hat ihr Leitungsnetz vor vier Jahren für 2 Millionen Franken an die BKW verkauft. Nach Abzug von Steuern und anderen Auslagen bleiben 1,6 Millionen Gewinn übrig. «Bereits seit einiger Zeit diskutierten wir, was damit geschehen soll», erklärt Sekretär Samuel Fankhauser. Klar war einzig, dass das Geld, das aus der Energie gewonnen wurde, in die Energie zurückfliessen soll. Jetzt ist ein Beschluss gefasst: Die Genossenschaft lanciert ein Förderprogramm für thermische Solarenergie. Unterstützt werden Anlagen, die nach dem 1.Januar 2010 irgendwo im Gemeindegebiet von Trub in Betrieb genommen werden. Dient die Solaranlage ausschliesslich der Warmwasseraufbereitung, gibt es einen Beitrag von 3000 Franken. Unterstützt sie auch noch die Heizung, werden 5000 Franken gesprochen. Und falls die Kollektorenfläche grösser als 10 Quadratmeter ist, erhöht sich der Beitrag sogar noch leicht. Nicht subventioniert dagegen werden Fotovoltaik-Installationen, die nur der Stromproduktion dienen. Platz für Neuzuzüger Der Kanton und die BKW unterstützen Solaranlagen ebenfalls, wenn auch mit kleineren Beiträgen. Natürlich habe dieses Engagement zum Teil kommerzielle Gründe, «dennoch ist es wertvoll», sagt Samuel Fankhauser. Mittlerweile seien Sonnenkollektoren auch wirtschaftlich interessant – erst recht, wenn ein Gebäude so ideal stehe wie jenes der Familie Rüegsegger/Beer. Ihr neues Haus ist ziemlich genau gegen Süden ausgerichtet, die Sonneneinstrahlung ist nachmittags und abends maximal. Zudem sei Trub im Herbst praktisch nebelfrei, berichtet Fankhauser. «Eigentlich könnten wir mit diesen Qualitäten noch mehr Werbung machen.» Platz für Neuzuzüger hätte Trub jedenfalls noch. Zum Beispiel im Neubaugebiet Mühlekehr. Rund zehn Häuser können hier gebaut werden; zwei stehen bereits, und beide haben Sonnenkollektoren auf dem Dach. «Ein einziger Nachteil» Die Solaranlage der Familie Rüegsegger/Beer ist seit drei Wochen in Betrieb, ergänzt wird sie von einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Je stärker die Sonne scheint, desto weniger Strom benötigt die Pumpe. «Dieses System», sagt Heinz Rüegsegger, der als Produktionsleiter in der mechanischen Werkstätte von Bruno Lehmann arbeitet, «hat einen einzigen Nachteil: Im Winter, wenn man am meisten Wärme benötigt, hat man am wenigsten Sonne.» Aber selbst wenn sie nicht oder nur diffus scheine, lieferten die Kollektoren genügend Energie, um das Brauchwasser auf 30 Grad vorzuwärmen. – «Bei Voraussetzungen, wie wir sie haben, sollte eine Solaranlage fast obligatorisch sein.» Markus ZahnoGesuche nimmt das Sekretariat der Genossenschaft Energie Trub entgegen. Mail: trinkwasser@bluewin.ch.>

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