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Täter muss lebenslang hinter Gitter

Der 43-jährige Schweizer, der in Märstetten TG ein Callgirl erstochen hat, wird lebenslänglich verwahrt. Zum ersten Mal seit Annahme der Verwahrungs-Initiative hat ein Schweizer Gericht eine solche Massnahme angeordnet.

Der Mann, der vor zwei Jahren in Märstetten TG ein Callgirl umgebracht hat, soll lebenslang verwahrt werden. Das Bezirksgericht Weinfelden hat den 43-Jährigen nach einem Indizienprozess der vorsätzlichen Tötung und sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Der wegen mehrerer Vergewaltigungen Vorbestrafte muss eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren verbüssen. Anschliessend beginnt die lebenslange Sicherheitsverwahrung, welche das fünfköpfige Gericht einstimmig angeordnet hat. Noch nie zuvor hat ein Gericht ein solches Urteil gefällt. Möglich wurde es aufgrund der Verwahrungs-Initiative, welche das Stimmvolk 2004 mit grossem Mehr angenommen hatte. «Brutal getötet» «Der Angeklagte hat eine Frau brutal getötet und ihre Leiche wie eine Ware entsorgt», sagte der Präsident des Bezirksgerichts Weinfelden. Mindestens fünf weitere Frauen habe der Sadist in den letzten 21 Jahren vergewaltigt, brutal misshandelt und erniedrigt. «Das darf nicht mehr passieren», sagte der Präsident. Die lebenslängliche Verwahrung des 43-Jährigen sei nötig, um die Öffentlichkeit vor dem psychisch gestörten und hochgradig gefährlichen Sexualstraftäter zu schützen. Der Mann sei nicht therapierbar. Er zeige weder Einsicht noch Reue. Zwei psychiatrische Gutachter diagnostizierten beim Täter eine hohe Rückfallgefahr. Anita Chaaban, Initiantin der Verwahrungs-Initiative, war bei der Urteilseröffnung dabei. Die lebenslängliche Verwahrung für diesen extrem gefährlichen Sexualstraftäter sei das einzig Richtige. «Endlich zeigt jemand den Mut, die Öffentlichkeit wirkungsvoll vor einem stark rückfallgefährdeten Täter zu schützen», sagte Chaaban. Der Verteidiger will das schriftliche Urteil abwarten, bevor er über eine Berufung entscheidet. Er hatte eine Verwahrung nach altem Recht verlangt, die regelmässig überprüft werden muss. Seine Begründung: «Niemand weiss heute, was der Angeklagte in 20 Jahren für ein Mensch ist.» DNA-Spuren auf Penis Laut dem Gericht gibt es keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Die Beweise seien eindeutig. Nach der Verhaftung am Tag nach der Tat fand die Polizei DNA-Spuren am Penis des Angeklagten. In seiner Wohnung und auf seinem Töffli fand die Polizei Blut des getöteten thailändischen Callgirls. Der Angeklagte will mit der Tat nichts zu tun haben. Er sei in der Tatnacht auf einer Beizentour gewesen. Die «ominösen» Spuren in seiner Wohnung habe die Polizei gelegt. Das Handy, mit dem das Callgirl gebucht worden war, habe er in einem Restaurant verloren. Gemäss Gerichtsurteil hat der Mann in der Nacht auf den 27.August 2008 in seiner Wohnung in Märstetten die 30-jährige Sexarbeiterin aus Thailand mit einem Messer erstochen. Leiche in Wald gebracht Die Tote soll er dann in einen Koffer gepackt, mit dem Töffli in einen Wald transportiert und einen Abhang hinuntergeworfen haben. Die Leiche wurde trotz intensiver Suche erst knapp einen Monat nach dem Verschwinden der Frau in einem Wald bei Märstetten gefunden. Ausserdem soll der Mann seine frühere Lebenspartnerin, mit der er eine Tochter hat, mehrmals brutal sexuell missbraucht haben. sda>

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