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«Täter werden auf Freiheit vorbereitet»

Das Ziel sei es in der Regel, einen Täter in die Gesellschaft zu reintegrieren, sagt der Freiburger Strafrechtsexperte Franz Riklin. Der halboffene oder offene Vollzug bereite darauf vor. «Deshalb sitzt ein gemeingefährlicher Täter normalerweise zuerst in der geschlossenen Abteilung, dann – falls man das verantworten kann – kommt er in den halboffenen Vollzug.» Zum Fall des ausgebüxten Kinderschänders im Massnahmenzentrum St.Johannsen will sich Riklin nicht im Detail äussern, da er die genauen Umstände nicht kenne. Nur so viel: «Er wurde sicher nicht leichtfertig aus dem geschlossenen Trakt genommen.» Der Täter sei aber falsch eingeschätzt worden, sagt Riklin. Wobei er auf ein grundsätzliches Dilemma der Strafjustiz verweist: «Wenn Sie 100 Sexualstraftäter haben, wovon bei zweien das Risiko besteht, dass sie rückfällig werden, lassen Sie dann alle 100 nicht mehr frei?» Sobald eine Panne passiere, schrien die Medien Zeter und Mordio. Fragen seien zwar berechtigt, doch: «Wenn man jedes Risiko ausschliessen will, müsste man praktisch alle lebenslänglich einsperren.» Auch der Bundesrat hat sich schon mit der Frage beschäftigt, wie viele Häftlinge in der Schweiz pro Jahr entweichen. Im September hielt er auf eine Frage von Nationalrätin Natalie Rickli (SVP, ZH) fest: Aus den sieben geschlossenen Strafanstalten habe es 2007 und 2008 während Urlauben, Transporten, Aussenarbeiten und Ausgängen nicht mehr als zehn Fluchten pro Jahr gegeben.mjc >

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