Zum Hauptinhalt springen

Trainerduo des Nationalteams tritt zurück

unihockeyDer Berner René Berliat, Cheftrainer des Schweizer Unihockeynationalteams der Männer, und dessen Assistent Peter Düggeli haben per Ende Februar ihren Rücktritt eingereicht.

Gestern wurde offizialisiert, was in Unihockeykreisen seit dem Ende der Weltmeisterschaft Mitte Dezember in Finnland zuweilen gemunkelt worden war: Der Nationaltrainer der Schweizer Unihockeyauswahl der Männer, René Berliat, tritt Ende Februar von seinem Amt zurück – dasselbe gilt auch für Berliats Assistenten, den Bündner Peter Düggeli. Knapp zwei Jahre vor den heimischen Titelkämpfen in Zürich und Bern müssen sich der Schweizer Unihockeyverband generell und Auswahlchef Mark Wolf speziell auf Trainersuche begeben. Faktor Zeit ist ein Grund «Es gibt verschiedene Gründe, die zu meinem Entscheid geführt haben», erklärt Berliat. Die Enttäuschung, zweimal in Folge an einer WM im Halbfinal knapp gescheitert zu sein, sei sehr gross gewesen. «Es hätte extrem viel Energie benötigt, auf ein neues Ziel zu fokussieren. Zu diesem Punkt kommt der Faktor Zeit.» Neben der Tätigkeit als Nationaltrainer ist Berliat in einem 50-Prozent-Pensum bei der Gemeinde Köniz tätig, fungiert bei Floorball Köniz als Ausbildungsverantwortlicher und trainiert die U-21-Auswahl der Vorstädter. «Ich möchte auch neben dem Unihockey noch ein Leben führen und für andere Dinge Zeit haben.» Berliat ergänzt, für die Vorbereitung auf die Heim-WM 2012 hätte es eines speziellen Efforts bedurft, «es wäre unmöglich gewesen, daneben noch ein Vereinsteam zu führen. Auf die tägliche Arbeit mit einer Equipe wollte ich aber nicht verzichten.» Der Rücktritt Düggelis sei ein weiterer Beweggrund gewesen, «zudem gab es gegenüber meiner Person als Nationaltrainer nicht die hundertprozentige Unterstützung sämtlicher Involvierter». Unter der Ägide des bernisch-bündnerischen Duos holte die Schweiz 2008 an der WM in Prag Bronze uns klassierte sich zwei Jahre später in Helsinki auf dem vierten Rang. Zweimal waren die Schweizer im Halbfinal knapp am Rekordweltmeister Schweden gescheitert. «Ich bereue keine Sekunde, dass wir uns in Finnland voll auf die Finalteilnahme und die Goldmedaille fixiert haben – und nicht auf ein allfälliges Bronzespiel», erklärt Berliat. Nykky als Option, Berger nicht Der Auswahlchef Mark Wolf bedauert die Rücktritte, kann die Beweggründe des Trainerduos indes nachvollziehen. «Das Team hat sich in den letzten Jahren taktisch und mental weiterentwickelt. Wir sind punkto Heim-WM auf dem richtigen Weg», erklärt Wolf. Den Nachfolger des scheidenden Berliat möchte Wolf «so rasch wie möglich präsentieren, ein Schnellschuss soll es aber nicht sein». Der Auswahlchef sucht einen Trainer, «der belastbar ist, sich im Schweizer sowie im internationalen Unihockey auskennt und von den gegnerischen Teams, deren Spielern und Systemen Kenntnis hat. Zeit zum Einarbeiten bleibt kaum, in 699 Tagen startet die Heim-WM.» Die Kandidatenauswahl ist dem Anforderungsprofil entsprechend klein. Mit Wiler-Ersigen-Trainer Thomas Berger, der auch die Schweizer U-19-Auswahl coacht, hat Wolf bereits gesprochen – und eine Absage erhalten. Tomas Trnavsky, der das tschechische Nationalteam sowie Grünenmatt betreut, ist «eher keine Option». Petteri Nykky hingegen schon. Der finnische Trainer von Alligator Malans hat Finnland zuletzt zu zwei WM-Titeln geführt und wäre verfügbar. Sein Kontrakt mit dem finnischen Verband endet im Februar, jener mit Malans nach Saisonende. Ein erstes Gespräch fand bereits statt. «Nykky hat Interesse signalisiert, verfügt aber über viele Jobangebote, auch ausserhalb des Unihockeys. Vielleicht ist er für uns gar nicht finanzierbar», erklärt Wolf. Reto Kirchhofer>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch