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Wie sage ich es meinen Schwimmern...

Weltklasse sein zu wollen, ist das eine; alles dafür in Kauf zu nehmen, das andere. Eine Konsequenz, die Konfliktpotenzial birgt.

Nach Martin Salmingkeit, der inzwischen mit Patrizia Humplik, Rachel Wüthrich und Chantal Cavin eine kleine Trainingsgruppe unter der Lizenz von Worb betreut, erlitt der SK Bern zuletzt auch mit dessen deutschem Landsmann Peter Rothenstein Schiffbruch auf dem Trainerposten. Als Nachfolger von Rothenstein ist Stefan Döbler vorgesehen. Wieder ein Deutscher also. Salmingkeit wie Rothenstein scheiterten im SKBE zuletzt unisono auch an ihrer kompromisslosen Art – wenn auch auf eine völlig andere Art. Rothenstein, der Handy-Poweruser, war der kumpelhafte, antiautoritäre Typ mit den flacksigen Sprüchen. Salmingkeit, der Handy-Ächter, ist strukturiert, zielorientiert, seriös, für manche bisweilen vielleicht etwas undurchsichtig in seinen Methoden. An Erfolgen hat es weder Salmingkeit noch Rothenstein gefehlt; trotzdem haben die SKBE-Karrieren beider unschön, teils unfair, geendet. Die Palette von fundierten und frisierten Vorwürfen seitens des Vorstandes an die Adresse der Trainer und umgekehrt füllte ein Telefonbuch. Offenbar kränkelt auch der SK Bern an einer ziemlich typisch-helvetischen Sport-Problematik. Man redet davon, Olympia und WM zu wollen, ist aber nicht bereit, die Kompromisslosigkeit, die dazu unabdingbar ist, zu ertragen, zu erdulden, zu akzeptieren oder wie auch im-mer Das gilt nicht nur für die Sportler, sondern eben, und typisch, auch für das Umfeld. Wenn sich Eltern und Vereinsfunktionäre in den Trainingsalltag und die -methoden einzumischen beginnen, ist der Zwist programmiert. «Es ist ein schwieriger Spagat», gibt SKBE-Präsident Jürg Prisi zu. Es dürfte nicht ganz von ungefähr so sein, dass es im helvetischen Sport oft nur einzelne Ausnahmekönner an die Weltspitze schaffen. msk >

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