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Zweifel sind der Zuversicht gewichen

Scl TigersDas Heimspiel gegen Ambri haben die Langnauer 3:1 für sich entschieden. In den Playouts dürfte es erneut zum Duell mit den Leventinern kommen.

Der Scout der Calgary Flames hatte bald einmal genug gesehen. Der Tscheche, welcher Ambris Begabung Gregory Hofmann (19) beobachtete, verliess unmittelbar vor der ersten Drittelspause seinen Platz in der Ilfishalle. Dies erstaunte, denn was die SCL Tigers und Ambri auf dem Eis boten, mochte durchaus zu gefallen. Die Langnauer setzten sich verdientermassen 3:1 durch. Sie agierten wie zuletzt mit viel körperlichem Engagement, waren defensiv gut organisiert, liessen jedoch im Angriff die gewünschte Effizienz vermissen. Daher mussten sie bis in die Schlussminute und Simon Mosers Tor ins verwaiste Gehäuse um den Vollerfolg zittern. Zuvor hatten Joël Genazzi – erstmals nach 2212 Minuten – und Pascal Pelletier für das Heimteam getroffen. Stark spielten zudem die Goalies Robert Esche und sein designierter Nachfolger Thomas Bäumle. Di Pietros Einfluss Auffällig ist, dass die SCL Tigers nun wieder selbstbewusster auftreten, die Zweifel vom November und Dezember scheinen weitgehend verflogen. Natürlich besteht nach wie vor Steigerungspotenzial, «und zwar in sämtlichen Bereichen», sagte Coach John Fust. Vorab das Powerplay war gegen Ambri nicht optimal, im Mittelabschnitt setzten die Langnauer in vier Überzahlsituationen kaum Akzente. Stabilisiert hat sich dafür das Unterzahlspiel. Und weil mittlerweile fünf Ausländer unter Vertrag stehen, eröffnen sich Fust taktische Aufstellungsvarianten. «Seit dem Jahreswechsel sorgt nicht mehr nur eine Linie für Torgefahr. Auch die Scheibenkontrolle hat sich verbessert.» In dieser Hinsicht war Sierre-Leihgabe Paul Di Pietro (41) ein Vorbild. Er schlug auch mehrere kluge Pässe, sein Zuspiel vor Pelletiers Tor zum 2:1 (40.) war gar magistral. «Di Pietro belebt unsere Offensive, versteht es aber auch, das Spiel zu beruhigen», sagte Fust. Di Pietro, der zusammen mit Kurtis McLean und Federico Lardi über die beste Plus-Minus-Bilanz der Langnauer (+3) verfügt, fühlt sich im Emmental wohl; in der Garderobe gilt er als Stimmungsmacher. Zu vernehmen war, dass eine Vertragsverlängerung übers Saisonende hinaus nicht mehr ausgeschlossen ist. Vorgeschmack auf die Playouts Die nächste Partie bestreiten die SCL Tigers erst in 12 Tagen in Biel. Er werde die Trainingsintensität während der Nationalmannschaftspause erhöhen, erklärte Fust, der ab Mitte nächster Woche auf die Thurgauer Leihspieler Thomas Nüssli («mit seinem starken Schuss wird er im Powerplay eine Verstärkung sein») und Fabian Brem («er ist talentiert») zählen kann. Vojetch Polak, der gegen Ambri wegen seiner Knieschmerzen geschont wurde, dürfte bald zurückkehren, ebenso Martin Stettler, der im Schlussdrittel angeschlagen nicht mehr mittun konnte. Mit dem samstäglichen Erfolg haben die Emmentaler zu Ambri aufgeschlossen (je 46 Punkte). Ein neuerliches Aufeinandertreffen in der ersten Playout-Runde ist wahrscheinlich. Ob Thomas Bäumle dannzumal eingesetzt würde, ist ungewiss. Die Tigers wollen sich in den verbleibenden vier Qualifikationsrunden Rang 10 und den Heimvorteil sichern. Sie müssen einen Punkt mehr gewinnen als Ambri, weil sie in den Direktduellen den Kürzeren zogen. Die von Verletzungssorgen geplagten Leventiner laufen ihrer Form jedoch hinterher; in diesem Jahr haben sie sich erst 6 Zähler ergattert, Langnau deren 14. Derweil Ambris Stürmer Roman Schlagenhauf sagte, er erwarte eine ausgeglichene Playout-Serie, in welcher der Heimvorteil das Zünglein an der Waage spielen könnte, meinte Fust: «Bei uns zeigt die Leistungskurve in die gewünschte Richtung. Wir können sowohl zu Hause als auch auf fremdem Eis bestehen.»Philipp Rindlisbacher>

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