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Zwischen Marroni und Glace

Seit elf Jahren verkauft

Das kleine, nostalgische Marronihäuschen beim Bahnhof ist aus dem Stadtbild von Burgdorf kaum mehr wegzudenken. Das gilt auch für dessen Besitzerin Hadik Aicha Bounou. Die Frau mit dem freundlichen Lächeln und den strahlenden Augen verkauft dort bei jeder Witterung ihre heissen Marroni. Bei Temperaturen um die Nullgradgrenze laufe das Geschäft am besten, sagt die 46-jährige Frau. Die Kälte mache ihr nichts aus. Im Hüttlein spendet ein kleiner elektrischer Ofen Wärme. Die gebürtige Marokkanerin folgte ihrem Ehemann vor knapp zwanzig Jahren in die Schweiz. Er war es auch, der vorher im Marronihäuschen stand. Seit seinem Tod vor elf Jahren führt die mittlerweile wieder verheiratete Frau das Geschäft mit den Edelkastanien. Von Oktober bis Ende Februar bietet sie täglich von 11 bis 19 Uhr ihre Ware feil. Nur an den Feiertagen bleiben die schweren Holzklappen unten. «Und wenn ich krank bin», ergänzt die in Kirchberg wohnhafte Hadik Aicha Bounou. Eine Stellvertretung habe sie nicht. Fragen statt kaufenDie schlechte Wirtschaftslage spürt auch sie. Des Öfteren kämen Leute vorbei und wollten Zubereitungstipps, erzählt die Geschäftsfrau. «Ohne etwas zu kaufen, gehen sie dann nach Hause, um ihre Kastanien selber zu rösten.» Doch glücklicherweise können viele Passanten dem wohl riechenden Duft der Nussfrucht nicht widerstehen. 100- bis 150-Gramm-Tüten sind am Gefragtesten. An Sonntagen, wenn die Familien durch die Stadt spazieren, gehen auch 400-Gramm-Tüten über den Ladentisch. Manchmal komme es sogar vor, dass sie drei Kilo oder mehr für einen Firmenanlass zubereiten könne. Der Kniff mit dem Schnitt Die aus Italien importierten Marroni kauft sie in 30-Kilo-Säcken in einem Fachgeschäft in Bern. Zwei Mal pro Woche wird ihr die Ware vor die «Haustür» geliefert. Das mühsame Einschnitzen bleibt Hadik Aicha Bounou erspart, denn die «Kartoffeln des Südens» sind bereits präpariert. «Der Schnitt darf nicht zu tief sein, sonst fällt die Marroni auseinander, aber tief genug muss er schon sein; so lässt sie sich gut schälen», erklärt die Fachfrau. Damit die Kastanien munden, muss Hadik Aicha Bounou vorher den Gasofen vorheizen; erst dann kann sie die Früchte 15 bis 20 Minuten lang rösten. Wie viele Kilo jeden Tag über den Ladentisch gehen, bleibt ihr Berufsgeheimnis. Bei Regen bleibt sie daheim Seit drei Jahren funktioniert die Marroniverkäuferin ihre Hütte in der warmen Jahreszeit zum Glacestand um. Doch anders als in der Wintersaison bleibt sie im Sommer bei schlechtem Wetter daheim. «Wenn es in Strömen regnet, mögen die Leute keine Glace essen», weiss Hadik Aicha Bounou aus beruflicher Erfahrung. Jacqueline Graber >

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