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10 Tonnen Wolle eingepackt

MATTENAuf dem Flugplatz Interlaken wurden etwa zehn Tonnen Schafwolle angeführt. Angenommen hat sie die noch junge Firma Swisswool.

«Die Swisswool ist die grösste Abnehmerin von Schafschurwolle in der Schweiz. Wir sind es auch, die am meisten dafür bezahlen. Und: Das erst noch ohne Bundessubventionen.» So warb deren Einkäufer, Martin Keller, am Samstag an der Wollannahme in Matten. Dass von den jährlich rund 800 Tonnen Schweizer Schafwolle immer noch erhebliche Mengen einfach so über die Kehrichtabfuhr entsorgt werden, bedrückt Keller. 2010 sammelte Swisswool mit Sitz im sankt-gallischen Buchs erstmals über 300 Tonnen Schafwolle. Und heuer sollen es noch weit mehr sein. «Das ist ein nachhaltiger Erfolg sowohl für die Schafhalter, die Landschaftspflege wie auch für die Umwelt», zeigt sich Martin Keller zuversichtlich. Swisswool tritt schweizweit an 26 Standorten als Abnehmer von Schurwolle auf – und ist für den Agropreis 2011 nominiert. Die von den Schäfern meist in Papiersäcken angelieferte Wolle wird auf Platz erst einmal nach deren Qualität gemustert. Zur Klasse eins zählen weisse und schwarze Wolle. Sie wird von Swisswool zum Höchstpreis von 80 Rappen je Kilogramm vergütet. Wolle unterschiedlicher Farben dient der Herstellung von Dämmstoffen. Für diese gibt es 40 Rappen je Kilogramm. Nach der Ausbreitung in lang gezogene Bahnen am Boden wurde die Wolle am Samstag mit einer Rundballenpresse zusammengedrückt. Anschliessend wurden die etwa 400 Kilo schweren Ballen mit grüner Plastikfolie eingewickelt, wie dies bei Siloballen üblich ist. Der Abtransport folgte per Camion. Gemeinsame Transporte Eine gute Sache findet die vortrefflich organisierte Sammelstelle auch Rosina Ruef aus Brienz. «Wir von der Schafzuchtgenossenschaft Brienz liefern unsere Wolle mit einem gemeinsamen Transport hierher. Schafe sind wichtige Tiere zur Bewirtschaftung von Grasflächen, die sonst nicht genutzt werden. So auch für Schafe, die im Sommer z Bärg gehen», lobte die Brienzerin. Denn ohne sie würden erhebliche Flächen der hoch gelegenen Alpen einfach verganden. Als Sammelort diente der Flugplatz Matten bereits zum dritten Mal. Dies jeweils in den Monaten Mai und November. Einkäufer Keller nennt Turtmann VS als den grössten der von Swisswool angegangenen Sammelplätze. Zu den grösseren zählt er auch den Oberländer Standort Matten. Organisiert und bewerkstelligt wird die Tagung jeweils von Heinz Brog, Geschäftsführer des Meiringer Unternehmens Wollreich Berner Oberland. Die Firma ist es auch, die jährlich etwa 4 Tonnen des Schafnebenproduktes veredelt. Im Vordergrund stehen Bettwaren, viele Wollsachen, Bekleidungen, Wohnaccessoires sowie auch Dämmstoffe. Im «Wollreich» werden auch Filzkurse angeboten. Die meiste Wolle bezieht das Meiringer Unternehmen direkt von Schäfern aus dem Einzugsgebiet. Am Samstag wurden in Matten um ungefähr 10 Tonnen Schafwolle eingepackt. Erwin Munter>

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