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100-Jahr-Feier für eine Meisterleistung

Lötschbergtunnel100 Jahre nach seinem Durchstich

Am 31.März 1911 hatten die Mineure den Durchstich des Lötschbergtunnels zwischen Kandersteg und Goppenstein gefeiert. Gestern wurden an schlichten Feiern an den Tunnelportalen in Goppenstein und Kandersteg Gedenktafeln enthüllt. Im Wallis durch Staatsrat Jacques Melly, Departementsvorsteher Verkehr, Bau und Umwelt, der auf die Bedeutung der Verbindung zwischen Bern und dem Wallis und zwischen dem europäischen Norden und Süden hinwies. Als weiteren Erfolg dieses mutigen Werkes wertete Daniel Wyder, Leiter Infrastruktur BLS AG, die Inbetriebnahme der durchgehenden Doppelspur im Jahr 1992, den Huckepackkorridor für die Rollende Autobahn 2001 und den «ersten Neat-Ast mit dem derzeit wohl modernsten Bahntunnel der Welt». Wie in katholischen Landen üblich, segnete der Lötschentaler Prior Franz Schnyder die Tafel in Goppenstein und betete für die Menschen, die den Tunnel erstellten, betreiben und ihn durchfahren. Bei einem ausserordentlichen Halt mit dem über 50-jährigen, frisch revidierten Schwertriebwagen Be-4/4Nr.761 – wegen seiner bunten Bemalung Wellensittich genannt – am Nordportal bei Kandersteg wiederholte sich die Enthüllung. Diesmal durch Wolf-Dieter Deuschle, Vorsteher des Amtes für öffentlichen Verkehr BAV, und BLS-CEO Bernard Guillelmon. Heute fahren pro Tag durchschnittlich 85 Personenverkehrs- und 110 Güterzüge über die Lötschbergachse. «Die rege Nachfrage hat zur Folge, dass der frequenzstärkere Basistunnel mit 110 Zügen an Spitzentagen voll ausgelastet ist», so Guillelmon. Deshalb und wegen der Prognose, dass der Personen- und der Transitgüterverkehr auf der Schiene bis 2030 um je 50 Prozent zunehmen werden, unterstützt die BLS die Forderungen des Lötschberg-Komitees, das im Projekt Bahn 2030 verlangt, das Augenmerk sei nicht nur auf die Ost-West-, sondern auch auf die Nord-Süd-Achse zu legen. Der CEO forderte eindringlich: «Es ist zwingend, dass wir heute an dieser Gedenkfeier nicht nur zurück-, sondern auch vorwärtsblicken und die Weiterentwicklung der Lötschbergachse für künftige Generationen an die Hand nehmen. Das bedeutet die Behebung der Engpässe im Basistunnel, im Aaretal und rund um Bern.» Zum kleinen Volksfest entwickelte sich im Bahnhof Kandersteg die Enthüllung der ebenfalls 100-jährigen Simplon Nr.1, die auf der Baudienstbahn Frutigen– Kandersteg gedient hatte. 900 Stunden wandten Walter Holzer und sein Lokiteam für deren Restaurierung auf, nachdem sie die Gemeinde Kandersteg im Technorama Winterthur gekauft und dem Heimatverein geschenkt hatte. Fahren wird sie in Kandersteg aber nicht. Ihre neue Aufgabe umschrieb Gemeinderatspräsidentin Barbara Jost: «Nun steht sie direkt neben den Gleisen, auf denen hoffentlich bis in alle Ewigkeit stündlich Reisende von Norden nach Süden oder umgekehrt fahren. Auch sie sollen die Lokomotive bewundern können, die uns auch als Symbol für die Wichtigkeit der Bergstrecke dient.» «Dafür hat die ‹alte Dame› in Kandersteg wohl so viele Streicheleinheiten wie nie zuvor erhalten», gab sich Walter Holzer überzeugt. Und der ehemalige Kandersteger Bahnhofsleiter Erwin Gurtner, der für die Verschiebung der Lok auf der Strasse zuständig gewesen war, wies auf die 75 Zentimeter Spurweite hin, mit der die Simplon allenfalls auf der Oberbaselbieter Waldenburgerbahn fahren könnte. Guido Lauper>

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