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Ab ins Tal auf dem Fun Glider

Den Erfinder des Veloanhängers Transpoly, Pesche Bähler, hat wieder einmal die Muse geküsst: Der

Mit Schneeschuhen unterwegs zu sein sei etwas Tolles, sagt der Thuner Peter Bähler, genannt Pesche. «Doch wenn ich als ehemaliger Skifahrer ein wunderbar verschneites Gelände unter mir sehe und daran denke, alles wieder hinunterlaufen zu müssen, tut das weh.» Um diesen Missstand zu beheben, hatte Bähler unlängst eine geniale Idee: Unter Mithilfe des Hünibacher ETH-Absolventen Jan Stauffer entwickelte er ein Gefährt, das den geneigten Winterwanderer rasch vom Berg zurück ins Tal befördert – und dies selbst im Tiefschnee. Der Fun Glider ist eine Art Schlitten und besteht hauptsächlich aus Kunststoff (Polyethylen) und Aluminium. Durch die Verwendung dieser Materialien ist er im Vergleich zu normalen Schlitten bis zu 3 Kilogramm leichter. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Fun Glider zusammenklappbar ist und daher problemlos am Rücken getragen oder an jeden Rucksack geschnallt werden kann. Erfinder-Gen entdeckt Schon während seiner Zeit an der Uni Zürich, wo er Ethnologie sowie Klinische Psychologie studierte, entdeckte Bähler – etwa beim Reparieren von Deux Chevaux –, dass er entgegen seinen Erwartungen technisch begabt war. Anfang der 90er-Jahre entwickelte er den multifunktionalen und farbenfrohen Veloanhänger Transpoly, der heute noch auf vielen Strassen im In- und Ausland anzutreffen ist, und meldete ihn zum Patent an. «Auch den Fun Glider habe ich mittlerweile geschützt», so der Erfinder. Für jedes Alter geeignet Erste Testfahrten mit seiner neusten Erfindung hat Bähler an einem Hang im Diemtigtal durchgeführt. «Dieser war mir zum Skifahren zu steil, zum Wandern zu mühsam.» Für den Fun Glider, der auch über eine Art Steuer und eine Handbremse verfügt, sei das Gelände hingegen ideal gewesen. In diesem Zusammenhang betont der Tüftler, dass sich der Schlitten nicht nur an Draufgänger richte. Rassige wie auch gemütliche Abfahrten sind gleichermassen möglich, zudem sind keinerlei Vorkenntnisse nötig. «Sogar eine 77-Jährige hat den Fun Glider schon getestet und die Jungfernfahrt schadlos überstanden», meint er mit einem Augenzwinkern. In seiner zweiten Heimat Saignelégier JU sowie in La Brévine NE hat der «Thounois Pesche», wie er von den Einheimischen genannt wird, seinen Schlitten ebenfalls schon vorgestellt – und öfters verblüffte Blicke geerntet. Händler zeigt Interesse Um die Herstellung des Fun Gliders kümmert sich Pesche Bähler grösstenteils noch selbst. Wie seinerzeit beim Transpoly kauft er das nötige Rohmaterial, bearbeitet es und setzt die entstandenen Teile bei sich zu Hause zusammen. Lediglich einzelne Elemente lässt er sich in der Behindertenwerkstätte Silea im Gwatt anfertigen. Auch der Vertrieb obliegt ganz dem Erfinder, der seine Käufer hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda findet. Bis jetzt hat er schon einige Exemplare des Schneesportgeräts an den Mann beziehungsweise an die Frau gebracht. Interessierten bietet er, wie schon beim Transpoly, die Möglichkeit zum instruierten Selbstbau an. «Kürzlich hat sich ein Sportgeschäft aus Bern und eines aus Winterthur bei mir gemeldet und Interesse am Fun Glider gezeigt», verrät Bähler. Einem Käufer aus dem Bündnerland schwebe überdies vor, in der nächsten Saison Happenings und Rennen mit dem Gefährt zu veranstalten. Bis es so weit sein wird, feilt Pesche Bähler weiter an seiner neusten Erfindung. Für die schneelose Zeit testet er jetzt sogar eine anbringbare Rollfläche. Gabriel Berger>

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