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Abschied mit Frank Sinatra

Zwei Drittel der Bevölkerung kamen zum letzten Anlass der Gemeinde Oberramsern. Dabei flossen auch ein paar Tränen: wegen der Witze des Örgelispielers und der Würdigung des letzten Präsidenten Markus Reber.

Der Dank von Bernhard Jöhr (links) an Markus Reber.
Der Dank von Bernhard Jöhr (links) an Markus Reber.
Robert Grogg

Es hätte die letzte Gemeindeversammlung der Einheitsgemeinde Oberramsern vor der Fusion sein sollen. Weil aber der Finanzverwalter am Wochenende verhindert war, wurde die Rechnung 2008 bereits ein paar Tage früher im Schulhaus abgenommen. Gerade mal 5 Personen waren dort anwesend. Sie erfuhren aus erster Hand vom Einnahmeüberschuss von 286'000 Franken. Der resultierte aus ausserordentlichen Steuereinnahmen nach einem gewonnenen Gerichtsprozess. Der Gesamtaufwand belief sich auf 434'000 Franken.

Dass sich nur gerade 5 Personen für die Rechnung interessierten, zeigt: Es war wohl Zeit für die Fusion mit Messen, Balm und Brunnenthal.

Zwei Drittel kamen

Mehr als 60 Personen kamen dagegen am Wochenende zum letzten offiziellen Anlass der Gemeinde Oberramsern. Das entspricht zwei Dritteln der Dorfbevölkerung von 99 Personen. Bei Örgelimusik und einem feinen Essen nahmen sie Abschied. Es war ein bewegender Anlass. Heiter und fröhlich bei den Witzen des Örgelispielers, ernsthaft und nachdenklich beim Rückblick und bei der Würdigung von Gemeindepräsident Markus Reber. Weil dieser seit Jahren keinen Nachfolger gefunden hatte, gab die kleinste Gemeinde im Bezirk Bucheggberg den Anstoss zur bisher ersten und für andere wegweisenden Fusion mehrerer Einwohnergemeinden im Kanton Solothurn. In Kraft tritt sie am 1.Januar 2010.

«Keine Hinterwäldler»

«Wir sind keine Hinterwäldler», erklärte Markus Reber, «wir haben bewiesen, dass wir mit den Nachbarn reden und in der Region etwas bewirken können.» Durch die Fusion werde man stärker. Das angeschlagene Tempo sei sehr zügig. Der Gemeinderat Oberramsern werde vermutlich noch zweimal tagen, das Wahlbüro am Wochenende der eidgenössischen Abstimmung noch einmal arbeiten, die Rechnungsprüfungskommission nächstes Jahr die Rechnung 2009 prüfen. Dann sei endgültig Schluss. Markus Reber dankte allen, die für die Gemeinde Oberramsern gearbeitet haben.

«I did it my way»

Dann wurde es still. Vizegemeindepräsident Bernhard Jöhr liess Frank Sinatra singen: «And now the end is near, and so I face the final curtain I did it my way.» Auch Markus Reber, der als letzter Gemeindepräsident von Oberramsern in die Geschichte eingehen werde, sei sich immer treu geblieben, übersetzte Jöhr. Man setze nicht nur einen Schlusspunkt unter die lange Geschichte der Gemeinde. «Als Markus Reber 1993 zum Gemeindepräsidenten gewählt wurde, rechnete er sicher nicht damit, dass er dieses Amt 16 Jahre ausüben würde.»

Gespür für Machbares

Jöhr zählte die wichtigsten Geschäfte der letzten Jahre auf: darunter die Schaffung der Einheitsgemeinde und die Revision der Ortsplanung. Markus Reber habe sich durch Sachpolitik, tragfähige Lösungen und ein gutes Gespür für das Machbare ausgezeichnet. Mehr als 2000 Veranstaltungen habe er besucht. Der neuen Gemeinde Messen werde er mit seinem Wissen in der Wasserkommission weiter zur Verfügung stehen.

Der Geehrte dankte mit den Worten: «Nicht alles ist auf meinem Mist gewachsen.»

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