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Adventliches Glockengeläute

Landauf, landab mussten sich Kirchgemeinden entscheiden, ob sie ihre Glocken morgen um 15 Uhr während 10 Minuten läuten lassen oder nicht. Wie kam es dazu? Der Weltkirchenrat hat seine 350 Mitgliedskirchen in der ganzen Welt dazu aufgerufen. Das Geläute soll warnen wie in früheren Zeiten bei Hochwasser und Feuersbrünsten, so heute vor der weltweiten Klimakatastrophe. Das Läuten soll ein Weckruf für die Teilnehmenden der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen sein, mutige Schritte gegen die Klimaerwärmung einzuleiten. So weit die Ausgangslage. In den Gemeinden wurde heftig diskutiert: «Glocken sollen nur ganz sparsam und bei eindeutigen Situationen läuten, wie beispielsweise bei der Tsunamikatastrophe, sonst besteht die Gefahr, dass das Läuten wirkungslos verhallt.» So die eine Meinung. «Erste Folgen der Klimaerwärmung sind bereits sicht- und spürbar, auch in der Schweiz – alle müssen aufgerüttelt werden, noch ist es möglich, Veränderungen zu bewirken.» So der andere Standpunkt. Beide Ansichten erscheinen mir stichhaltig und wahr. Es gibt ein Einerseits und ein Andererseits. Wie sollte man entscheiden? Gerade in der Adventszeit werden Widersprüchlichkeiten spürbar, die zu unserem Leben gehören. Einerseits sind da unsere Erfahrungen von Enttäuschungen, wie beispielsweise: «Immer wieder zerbrechen meine Beziehungen», klagt eine junge Frau, «ich mache wohl alles falsch, ich glaube nicht mehr daran, dass ich einen lieben Mann für mich finde.» Auf Grund ihrer Erfahrungen will sie aufgeben, dennoch hofft sie im Innersten auf einen Partner und schwankt zwischen Hoffen und Aufgeben. Alle kennen wir im Leben Situationen, die uns zweifeln lassen zwischen Hoffnung und Resignation, vielleicht gerade auch im Hinblick auf die Entwicklung unseres Klimas. Advent heisst übersetzt: Ankunft. Und damit ist die Ankunft von Jesus Christus gemeint, eine Ankunft, die für alle das Friedensreich bringen wird. Es ist ein Versprechen, das uns in der Bibel gegeben ist und uns zusagt, es wird sich einmal alles zum Guten wenden. Und dieses Versprechen soll uns ermutigen, die Hoffnung auf eine Veränderung zum Guten nicht aufzugeben. Und mehr noch: Dieses Versprechen soll uns dazu anspornen, mitzuwirken, damit dieses Versprechen in unserer Welt Wirklichkeit werden kann. Überall dort, wo Gutes geschieht, leuchtet bereits heute etwas vom Friedensreich auf. Wenn die Frau wider Erwarten doch noch einen Partner finden wird, dann ist etwas von dem wahr geworden, das wir im Advent erwarten. Übrigens: Nach langem Hin und Her wurde in Thun beschlossen, die Glocken läuten zu lassen. Wenn Sie die Glocken morgen hören, nehmen Sie sich doch Zeit, denken Sie an die Versammelten in Kopenhagen und überlegen Sie sich, was Sie zur Verbesserung des Klimas beitragen können. Die Adventszeit ermutigt uns, trotz Schwierigkeiten und Niederlagen nicht aufzugeben, sondern zu hoffen, zu vertrauen und anzupacken, denn die Adventszeit läuft auf ein Ziel zu, das Friedensreich. So ist es uns versprochen. redaktion-bo@bom.ch>

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