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Ärzte und Pflegende hoffen auf Burkhalter

GesundheitswesenDie Hausärzte verlangen, dass

Die Hausärzte starten zur Tour de Suisse: Um ihrer vor einem Jahr eingereichten Volksinitiative «Ja zur Hausarztmedizin» Nachdruck zu verleihen, machen sie künftig mit einem Informationsbus in diversen Städten Halt. Angesichts des drohenden Mangels an Haus- und Kinderärzten fordern sie, dass diese Berufe aufgewertet werden und ihnen in der Grundversorgung die Schlüsselposition zukommt. In der Initiative verlangen sie auf Verfassungsstufe, dass Bund und Kantone für eine ausreichende und gute Versorgung durch die Hausarztmedizin sorgen müssen. Doch nicht nur die Hausarztmedizin soll attraktiver gemacht werden: In einer parlamentarischen Initiative fordert der Berner SVP-Nationalrat Rudolf Joder, dass auch die Pflege gestärkt wird. Pflegefachleute sollen nicht länger für alles die Zustimmung eines Arztes benötigen, sondern gewisse Leistungen wie zum Beispiel die Wundpflege in eigener Kompetenz übernehmen können. Joder verlangt dazu eine Änderung auf Gesetzesstufe. 65 Nationalräte haben seine Initiative unterschrieben, sie fand Zustimmung in allen Fraktionen und wird von Pflegeexperten unterstützt und mitgetragen. Handle die Pflege eigenständiger, könnten Kosten und administrativer Aufwand gespart werden, argumentiert Joder. Ein Expertenteam kläre derzeit ab, welche Leistungen die Pflegefachleute in eigener Kompetenz übernehmen können. Joder erhofft sich durch die grössere Eigenständigkeit zudem eine Aufwertung des Pflegeberufes, denn auch in der Pflege seien Massnahmen gegen den sich abzeichnenden Personalmangel nötig. Zusätzlich zur parlamentarischen Initiative wendet sich Joder mit einer Eingabe an Gesundheitsminister Didier Burkhalter. Der Bundesrat befasst sich derzeit ebenfalls mit dem Personalmangel im Gesundheitswesen. In den kommenden Wochen will die Regierung einen Gegenentwurf zur Hausarztinitiative in die Vernehmlassung schicken. Wie Burkhalter am Mittwoch gemäss Redetext an den Luzerner Trendtagen Gesundheit erklärte, beschränkt sich dieser Entwurf nicht auf die Hausarztmedizin. Gestärkt werden soll vielmehr die integrierte Grundversorgung und damit verschiedene Gesundheitsfachleute. Dies macht die Hausärzte, die gespannt auf den Gegenvorschlag warten, skeptisch. An der gestrigen Medienkonferenz zum Auftakt der Tour de Suisse machten sie deutlich, dass Massnahmen gegen Personalmangel in der Pflege zwar wichtig seien. Doch dürfe die Grundversorgung nicht zu weit definiert werden. Die zentrale Rolle in der Grundversorgung müsse den Hausärzten zukommen, und diese gelte es zu stärken. Brigitte Walser>

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