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Als die Bahn das Dorf umpflügte

Mit einem 42-minütigen Film zeigen Gemeindeschreiber Urs Lüthi und Coiffeur Christian Holenweg, wie massiv sich der Bau der Bahn 2000 auf die Entwicklung der Gemeinde Rüdtligen-Alchenflüh

22.Mai 1997: Ab diesem Datum war in Rüdtligen-Alchenflüh nichts mehr so, wie es zuvor jahrhundertelang gewesen war. An jenem Tag erfolgte der Spatenstich für die Bahn 2000. In den folgenden Jahren wurde «die Gemeinde einmal komplett umgegraben», sagt Urs Lüthi, der Gemeindeschreiber von Rüdtligen-Alchenflüh. Er hat die Bauarbeiten und deren Folgen für die Gemeinde mit dem Coiffeur und Hobbyfilmer Christian Holenweg ebenso akribisch wie liebevoll dokumentiert. Aus 1500 Stunden Filmmaterial entstand die Dokumentation «Bahn 2000 – Eine Bahnreise zurück in die Zukunft». Durch ein Loch in der Zeit Den roten Faden des Films bildet eine Fahrt von Zürich nach Bern. Während der Intercity mit 200 Stundenkilometern dahin- rast, erzählt Lüthi aus dem Off unaufgeregt und informativ von damals, als in Rüdtligen-Alchenflüh kein Stein auf dem anderen blieb. Den Zuschauer beschleicht das Gefühl, durch ein Zeitloch zu fallen: Im Film tauchen Menschen auf, die, wie die frühere Berner Regierungsrätin Dori Schaer oder Elisabeth Kaltenrieder, die damalige Gemeinderatspräsidentin von Rüdtligen-Alchenflüh, aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden sind. Auf der Baustelle Holenweg nimmt die Betrachter mit auf die gigantische Baustelle, wo braun gebrannte Arbeiter Strassen teeren, das Stahlkorsett im verschlammten Dorfbach versenken oder ein Traxführer im Untergrund unter dem Beifall von Hunderten von Gästen den Emmi-Tunnel durchsticht. Einigen Raum gewähren die beiden Filmemacher auflockernden Elementen. Wenn Schnee fällt, verwandelt Holenweger die lärmgeplagte Gemeinde kurzerhand in einen zauberhaften «Winterkurort». Wer die Kleider und Frisuren der Menschen sieht, die sich im Baustellen-Festbeizli verpflegen, der kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Immer wieder zeigt der Filmer betagte Gwundernasen, die den Leuten auf dem Bau mit einer eigenartigen Mischung aus Interesse und Argwohn über die sonnengebräunten Schultern blicken. Am Anfang habe man wegen der anstehenden Bauarbeiten, die sehr bald das ganze Dorf prägen würden, Bedenken gehabt, sagt ein Ehepaar im Film. Doch «am Ende ist es sehr gut herausgekommen». Verschiedene Schübe Diesen Satz würden die Verantwortlichen der Gemeinde Rüdtligen-Alchenflüh wohl unterschreiben: Die Bahn 2000 ermöglichte den neuen Autobahnanschluss «Kirchberg-Alchenflüh» und das stetige Wachsen der Shoppingmeile. Dank der dort angesiedelten Firmen konnte die Gemeinde den Steuerfuss senken. Die Entlastungsstrasse wurde zu einer Autobahnüberdeckung, die als eine Art Dorfplatz Alchenflüh und Rüdtligen miteinander verbindet. Wegen derselben Strasse konnten Verkehrsberuhigungsmassnahmen realisiert werden. Und nun wurde die Bahn 2000 auch noch zum Sujet für einen Film, der nicht nur Zugfreaks und die Menschen in Rüdtligen-Alchenflüh faszinieren wird. Johannes Hofstetter Der Film «Bahn 2000 – Eine Bahnreise zurück in die Zukunft» kann bei der Gemeindeverwaltung Rüdtligen-Alchenflüh bezogen werden. Er wird am 13.November am Kultur-Forum im Gemeindesaal Rüdtligen-Alchenflüh uraufgeführt. Der Anlass beginnt um 20 Uhr.>

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