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Anzündhilfe in Bonbon-Form

Da sie in ein farbiges Seidenpapier gewickelt ist, sieht die neu lancierte

So mancher Hobbygriller hat sich wohl schon darüber geärgert, dass der verlockende Duft von Steaks und Bratwürsten durch einen beissenden Beigeschmack der Anzündpaste getrübt wurde. Laut der Thuner Sozialfirma Transfair soll damit nun Schluss sein. Sie lanciert nämlich eine neue Anzündhilfe, die verspricht, völlig geruchsneutral zu sein – was ein Versuch dieser Zeitung bestätigt. Doch dies sei nur einer von vielen Vorteilen der neuen Anzündhilfe «Transfire», erklärt Benjamin Ritz, Bereichsleiter Dienstleistungen und Mitglied der Geschäftsleitung bei Transfair. «Unsere Anzündhilfe verbrennt zu 100 Prozent. Sie verursacht im Gegensatz zu vielen ähnlichen Produkten keinen Schmutz und hinterlässt keinerlei Rückstände.» Zudem sei «Transfire» klein und kompakt, aber dennoch sehr leistungsfähig. Im Preis konkurrenzfähig «Um ein Cheminéefeuer zu entfachen, braucht es nur ein halbes Stück, dadurch ist ‹Transfire› auch preislich konkurrenzfähig. Einzig industriell gefertigte Anzündhilfen sind noch günstiger», sagt Benjamin Ritz sichtlich stolz. Dies, obwohl «Transfire» hier in Thun von Hand hergestellt werde. Transfair will den Produktionsvorgang auch bewusst nicht automatisieren, denn dieser wird von den 200 Menschen mit vorwiegend psychisch bedingten Beeinträchtigungen übernommen, denen Transfair einen geschützten Arbeitsplatz bietet. Zur Herstellung eines «Transfire» werden eine Viertelseite Recycling-Zeitungspapier und vier Gramm Wachs aus teilweise pflanzlichen Ölen benötigt, deshalb ist er auch ökologisch. Das Zeitungspapier wird mit vielen winzigen Löchern durchsetzt und so gerollt, dass drei Luftkammern entstehen. Das Röllchen wird anschliessend in Wachs getaucht und, nachdem es getrocknet ist, in ein farbiges Seidenpapier eingewickelt, was die fertige Anzündhilfe ein bisschen wie ein langes Bonbon aussehen lässt und ihr einen gewissen Jööh-Effekt verleiht. Entwicklung wegen Krise «Dank einem ausgeklügelten Lüftungssystem brennt ein ‹Transfire› bei minimalem Rohstoffverbrauch acht Minuten lang», sagt René Ledermann, gelernter Zimmermann und Gruppenleiter bei Transfair. Gemeinsam mit seinem Team hat er «Transfire» letztes Jahr entwickelt. Wegen der Wirtschaftskrise hatten sie im ersten Halbjahr 2009 nicht so viel Arbeit (siehe auch Kasten) und deshalb Zeit, um an neuen Ideen zu basteln. Es entstanden unter anderem erste Versionen des späteren «Transfire». Diese wurden weiterentwickelt und immer wieder getestet, sodass die Konstruktion und die Rohstoffzusammensetzung optimiert werden konnten. Mitte 2009 beschloss Transfair schliesslich, aus «Transfire» ein marktreifes Produkt zu machen. Es folgte eine intensive Testphase, in der die Funktionalität der neuen Anzündhilfe auf Herz und Nieren geprüft wurde. Jetzt gibt es «Transfire» in Schachteln à 15 Stück zu kaufen. Vorerst seien sie zwar nur übers Internet und im eigenen Laden beim Spital Thun erhältlich, doch dort laufe der Verkauf gut, sagt Ritz. «Wir verhandeln auch bereits mit einem Grossverteiler über einen möglichen Vertrieb.» Ritz ist optimistisch, dass sich «Transfire» auf dem Markt etablieren wird, denn sogar ein international tätiger Cheminéehändler sei an «Transfire» interessiert. Miriam Schild>

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