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Auch der Neue ist ein Investmentbanker

Auf Oswald Grübel folgt Sergio Ermotti. Der interimistische UBS-Chef ist ebenfalls im

Seit diesem Frühling leitet der Tessiner Sergio Ermotti bei der UBS die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika. Schon bei seinem Wechsel aus Italien zurück in die Schweiz wurde er in Insiderkreisen als möglicher Grübel-Nachfolger gehandelt. Vergangene Woche tauchte Ermottis Name immer wieder auf, als sich bei der UBS ein Chefwechsel abzeichnete. Er profitierte gleich doppelt vom London-Debakel: Einerseits wurde Grübels Chefsessel frei, andererseits wurde gleichzeitig einer seiner Rivalen ausgeschaltet, da Investmentbank-Chef Carsten Kengeter schon froh sein muss, dass er bleiben darf. Reicht es Ermotti nun bis ganz nach oben? Noch ist er nur Übergangschef. Die UBS sucht intern und extern einen Grübel-Nachfolger. UBS-Präsident Kaspar Villiger bezeichnet Ermotti jedoch als «aussichtsreichen Kandidaten». Doch wer ist der neue Hoffnungsträger des Schweizer Finanzplatzes? Sergio Ermotti ist in Lugano geboren und aufgewachsen. Er hat seine Karriere wie Oswald Grübel auch mit einer Banklehre, nämlich bei der Cornèr-Bank in Lugano, gestartet. Danach arbeitete er zunächst bei der Citigroup, dann 18 Jahre bei Merrill Lynch. Als Co-Leiter des globalen Aktiengeschäfts stieg er zum ranghöchsten Schweizer Investmentbanker eines grossen Wall-Street-Hauses auf. Grübel holte ihn zur UBS 2005 wechselte Ermotti zur italienischen Grossbank Unicredit. Dort leitete er die Investmentbanking-Sparte. Ermotti war Stellvertreter von Konzernchef Alessandro Profumo und galt auch als Favorit für dessen Nachfolge. Im Oktober 2010 verliess Ermotti die Unicredit, nachdem er bei der Nachfolgeregelung für den geschassten Profumo den Kürzeren gezogen hatte. Im April holte ihn Oswald Grübel zur Grossbank UBS. Ermotti gilt in Bankkreisen als sehr gut vernetzt. Da er den grössten Teil seiner Karriere bei ausländischen Grossbanken verbrachte, kennt man ihn in der Deutschschweiz kaum. Ehemalige Mitarbeiter bezeichnen ihn als einen charismatischen Typen. Er habe eine starke physische Präsenz und fülle einen Raum aus, wenn er ihn betrete. Er sei analytisch, könne sich schnell in Themen einarbeiten. In Sitzungen falle er durch pointierte Wortmeldungen auf. Ermotti spricht vier Sprachen. Neben Italienisch sind dies Deutsch, Englisch und Französisch. Hotellerie und Luftfahrt Die wichtigsten Führungsprinzipien sind für Ermotti, wie er selber sagt, Fairness, Loyalität und Wille. Diese Haltung passt zu seinem Selbstverständnis. Der erklärte Familienmensch und Vater zweier Söhne im Teenager-alter entspricht nicht dem Bild eines eindimensionalen Bankers. Er ist vielseitig interessiert und auch in anderen Branchen engagiert: Seit 2007 ist er Verwaltungsratspräsident der Tessiner Regionalfluggesellschaft Darwin Airline. Und er ist Mitbesitzer einer Luxushotelkette im Tessin. Bis vor kurzem war er zudem Verwaltungsrat in Tito Tettamantis Fidinam-Gruppe. Dieses Mandat gab er mit Rücksicht auf die Anstellung bei der UBS auf. Den Stellenabbau umsetzen Auf den Schultern von Sergio Ermotti liegt nun eine grosse Last: Der Tessiner Banker soll die Reputation der UBS wiederherstellen. Er soll das Investmentbanking neu organisieren (siehe auch Artikel unten), zudem muss er den von Grübel angekündigten Stellenabbau umsetzen. Kurz: Ermotti soll die UBS wieder auf Kurs bringen. Die Herausforderung ist gross – wenngleich wohl nicht ganz so gross wie jene, die Oswald Grübel im Februar 2009 angetreten hat. Der neue Übergangschef übte sich am Wochenende schon einmal in Bescheidenheit: «Ich bin mir der enormen Bedeutung dieses Amts voll bewusst. Ich zähle auf die Unterstützung meiner Kollegen bei dieser Herausforderung.» Rahel Guggisberg>

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