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Aus für Kartonfabrik

Schock für 255 Angestellte: Die Kartonfabrik Deisswil wird per sofort geschlossen, alle Mitarbeiter verlieren ihre Stelle.

Plötzlich ging alles sehr schnell: Zwar hatte die Kartonfabrik Deisswil seit Jahren in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld mit Problemen zu kämpfen. Nach der Übernahme durch den weltweit grössten Kartonhersteller Mayr-Melnhof mit Sitz in Österreich im Jahr 1990 schien die Zukunft gesichert. Gestern dann aber der Hammerschlag: Die Berner Traditionsfabrik wird per sofort geschlossen, alle 255 Angestellte verlieren ihre Stelle. Zwar besteht eine 30-tägige Konsultationsfrist, bevor die Kündigungen definitiv ausgesprochen werden. Dass die Kartonfabrik, die seit 1876 besteht, noch zu retten ist, daran dürfte jedoch kaum mehr jemand glauben. Unschönes Detail am Rande: Die Nachricht erreichte die Mitarbeiter mitten in den Betriebsferien. Sie erfuhren aus den Medien von der Schliessung, den Brief erhalten sie erst heute. Die Argumente, mit welchen das österreichische Unternehmen die Schliessung begründet, sind offensichtlich vorgeschoben: Die Mayr-Melnhof-Gruppe gibt in erster Linie der gestiegenen CO2-Abgabe die Schuld für das Aus der Kartonfabrik. So habe sich die Höhe der Abgabe auf dieses Jahr hin verdreifacht. Nur: Seit 2008 ist die Fabrik von der CO2-Abgabe befreit und gibt dafür folglich keinen Franken aus, wie das Bundesamt für Umwelt gestern auf Nachfrage bestätigte. Von einer Belastung der Kartonfabrik Deisswil durch die gestiegene Abgabe kann also keine Rede sein. Der Erklärungsversuch des Sprechers von Mayr-Melnhof: «Um auch in Zukunft von der Abgabe befreit zu bleiben, hätten wir in die Umweltfreundlichkeit des Betriebs investieren müssen, und diese Investitionen wären für uns zu hoch gewesen.» Für die Gewerkschaft Unia ist der Schliessungsentscheid «inakzeptabel». Sie fordert einen angemessenen Sozialplan und will mit der Konzernleitung Verhandlungen aufnehmen. Von einem «schwarzen Tag für die Region» spricht Lorenz Stettler, Präsident der Standortgemeinde Stettlen. phm Seite 32, 38>

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