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Aus Langeweile einen Kulturverein gegründet

TafersIm Sensebezirk gibt es einen neuen Kulturverein. Sein Name «Wier Seisler» ist Programm: Im Vordergrund stehen Anlässe rund um die Sensler Leute und den Sensler Dialekt. Der Verein hat auch eine Heimat: das Restaurant St.Martin in Tafers.

Die Tinte für den Druck der Statuten ist noch nicht ganz trocken. Doch schon legt der Verein «Wier Seisler» ein Programm für die ersten drei Monate vor. Geplant sind Konzerte, eine Talkrunde, ein Dartturnier, Sprachspielereien sowie Treffen zwischen Jugendlichen und Rentnern. Das Konzept ist innerhalb von nur zwölf Monaten entstanden. Angefangen hat das Ganze als «Weihnachts-Langeweile-Idee», sagt Initiant Christian Schmutz . Beim Besuch eines langweiligen Gottéron-Matchs mit seinem Bruder haben die beiden ganz andere Themen zu diskutieren begonnen. «Wir haben über die Idee einer Kulturbeiz gesprochen, in der die verschiedenen Aspekte des Sensebezirks im Zentrum stehen», erinnert sich Schmutz. Ein paar spontane Ideen und ein paar Sprüche – mehr sei es damals nicht gewesen. «Eine der grössten Hürden wäre der passende Ort gewesen.» Der Zufall wollte es, dass es kurze Zeit später im Restaurant St.Martin in Tafers zu einem Pächterwechsel kam. «Da wurden unsere Spinnereien plötzlich konkret», sagt Christian Schmutz. «Doch so schnell konnten wir nichts Vernünftiges auf die Beine stellen.» Die Pfarrei als Besitzerin des Betriebs zeigte sich kulant und sehr offen, was die Ideen der Initianten anging. Sonst in der Schublade Auf zwei Schienen ging die Planung weiter. Zum einen wurde ein Betriebsteam gesucht, das die gastronomische Seite übernehmen konnte. Zum anderen ging Christian Schmutz auf die Suche nach Gleichgesinnten. «Wenn das St.Martin nicht frei geworden wäre, wäre die Idee in der Schublade geblieben», ist er überzeugt. Etwas «Seislerisches» auf die Beine zu stellen, habe er aber schon lange im Hinterkopf gehabt. «Mir liegen die Leute im Sensebezirk, ihr Dialekt und ihre Kultur sehr am Herzen.» Schon die Arbeit am «Senslerdeutschen Wörterbuch» habe dies verstärkt, ebenso die vielen positiven Reaktionen auf das Hintercher-Theater. «Was wir jetzt bieten, ist sozusagen eine Potenzierung von alldem. Wir geben Sensler Künstlern aller Art eine Plattform. Zugleich möchten wir den Senslern und allen anderen Leuten zeigen, wie vielseitig wir Sensler sind.» «Wier Seisler» sei ein Platz für Sensler Spinnereien. Der ideale Ort Das St.Martin sei für diese Zwecke ideal. «Die Idee ist, den grossen Platz zwischen Oberamt, Museum und Beiz mit einzubeziehen. Die Bezeichnung Kulturbeiz soll nicht an der Haustüre des St.Martin enden, sondern den Dorfplatz und die Akteure rundherum einbinden.» Leute zu finden, die das Projekt umsetzen, sei relativ einfach gewesen. «Die Ideen sind nur so gesprudelt.» Der Verein ist so angelegt, dass einzelne Mitglieder entsprechend ihren Vorlieben die Verantwortung für gewisse Programmpunkte übernehmen und diese in einem 3-Monat-Rhythmus organisieren. Der Gasthof St.Martin wird seit dem 1.Dezember 2011 von der Wier Seisler Gastro & Kultur GmbH geführt. Das Wirtepaar heisst Sibel Sahin und Silvio Sturny. Auf ihrer Karte sind typisch senslerische Gerichte wie «Fotzùschnitte mit Öpfùtampf ù Biresaassa» oder ein «Metzgeta-Blatti». Je nach Programm wird das Menü angepasst. im/husDas Kulturprogramm startet am Do, 12.Januar. Unter der Leitung von Karin Aebischer diskutieren Barbara Andrey und Herbert Ming zu «Wier Seisler wiis wüsse». Das Eröffnungsfest ist am Sa, 21.Januar, 18.30 Uhr. Musiker Gustav tritt mit der Sensler Band Party Project auf. www.wierseisler.ch>

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