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Ausstellung

Es gehört zur Tradition des Kunstmuseums Bern, Gegenwartskünstler aus der Region mit Retrospektiven zu ehren. In Kooperation mit dem Kunsthaus Langenthal eröffnet nun eine Schau zu Martin Ziegelmüller. Der Werküberblick führt von seinen Landschaften und apokalyptischen Stadtszenen, die in Bern ausgestellt sind, zu Porträts und Fabrikbildern, die in Langenthal zu sehen sind. Den Auftakt in Bern bilden beeindruckende Landschaftsgemälde, auf denen sich Wolken wie abstrakte Gebilde auftürmen, auf denen das einfallende Sonnenlicht auf Flussoberflächen tänzelt, auf denen sich expressiv aufgetragene Farbflächen zu Moorwiesen zusammenfügen. Humor beweist der Berner Künstler in der Not: Auf seinen Ruinenbildern, die überschwemmte und zugefrorene Schweizer Städte zeigen, lassen sich Skifahrer und Fischer ausfindig machen. Ziegelmüllers zwiespältiges Verhältnis zu Städten wird auf «Bern (Schütte)» (1976) deutlich, auf dem sich rabenschwarze Gebäude zur bekannten Kulisse zusammenfügen. Im Kunsthaus Langenthal tauchen die Besucher ein in Ziegelmüllers Fabrikwelten: Bei Glas Trösch, wo er im Abstand von etwas mehr als 20 Jahren nach Sujets gesucht hat, macht sich der Fortschritt bemerkbar. Sind auf den Bildern der 1970er-Jahre neben den grauen Maschinen noch Arbeiter zugegen, finden sich im 1990er-Zyklus kaum mehr Menschen, dafür Roboter, die deren Arbeit übernommen haben. Auf diesen Gemälden wird die Sozialkritik des realistischen Malers deutlich, der 1968 «nicht auf der Strasse, aber im Atelier demonstriert hat», wie Ziegelmüller selbst sagt. Stefanie Christ>

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