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Autozulieferer

Lyss Fritz Bösch ist Feintool. Und Feintool war über Jahrzehnte Fritz Bösch. Er hat im Jahr 1959 mit 20000 Franken mit seinem Kollegen Wilfried Hügi in Biberist die Vorläuferfirma von Feintool gegründet. Anfang der 1960er-Jahre erfolgte der Umzug nach Lyss und die Umbenennung in Feintool. Seither wohnt der 76-Jährige in Lyss. Das Unternehmen spezialisierte sich auf die Herstellung von sogenannten Feinschneidpressen. Anfänglich stellte es Teile für Schreibmaschinen oder für Maschinen her, die in der Textilindustrie eingesetzt werden. Doch mit dem Verschwinden der Schreibmaschinen verlagerte Bösch das Tätigkeitsgebiet immer stärker auf die Automobilindustrie. Jedes Auto ist heute mit 50 bis 200 Teilen ausgestattet, die mit Feintool-Technologie hergestellt wurden. Dieser Erfolg hatte aber auch eine Schattenseite: Das Unternehmen geriet in eine immer stärkere Abhängigkeit von der Automobilindustrie. Bösch war bis 1998 Firmenchef des Unternehmens, danach blieb er bis Anfang 2009 Verwaltungsratspräsident. Er hat aus dem Unternehmen die weltweite Nummer eins im Bereich Feinschneiden gemacht, das einen Umsatz von rund 400 Millionen Franken erzielt. Im Jahr 1998 führte Bösch das Unternehmen an die Börse. Damit rückte es ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, und es folgte eine Phase mit einigen Hochs und ausgeprägten Tiefs: Kurz nach dem Börsengang erreichte der Technologieboom seinen Höhepunkt. Der Aktienkurs kletterte innert zweier Jahre von 300 auf 800 Franken. Doch kurz darauf folgte eine Rezession, und Feintool wurde hart getroffen. In den folgenden Jahren war vor allem der Chefverschleiss von Bösch hoch: Kaum ein Konzernchef blieb im vergangenen Jahrzehnt mehr als zwei Jahre bei Feintool. Auf eine familieninterne Nachfolgeregelung konnte er nicht setzen. Weder seine drei Töchter noch sein Sohn wollten operativ im Unternehmen tätig sein. Im Verwaltungsrat nahm jedoch Böschs Tochter Monika Löffel-Bösch Einsitz. Die Zäsur, die sich gestern nun als entscheidend erweisen sollte, geschah im Dezember 2006: Der Aargauer Industrielle Michael Pieper gab damals bekannt, dass er einen Aktienanteil von 10 Prozent an Feintool besass. Das war nur der Anfang einer Geschichte, die gestern einen neuen Höhepunkt erreichte.sny>

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