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Bergers Ära endete glanzvoll

An der 115.Generalversammlung gab es Standing Ovations für das Ehepaar Emanuel und Rosmarie Berger. Die Hotelgruppe Jungfrau-Victoria Collection erlitt durch sinkende Umsätze einen Verlust in der Konzernrechnung.

Nach 40 Jahren endete gestern Freitag die Ära von Emanuel Berger. Der Verwaltungsratspräsident der Hotelgruppe Victoria-Jungfrau Collection übergab im neuen Kongresssaal von Interlaken die Geschäfte an seinen Nachfolger Beat R.Sigg. Berger war jahrzehntelang einer der erfolgreichsten Hoteliers der Welt, deshalb wurde er auch zum BO-Kopf der Woche gekürt (siehe Text links). Award für Ehepaar Berger Am Schluss seiner Amtszeit erhielt das Ehepaar Emanuel und Rosemarie Berger auch noch den Victoria-Jungfrau Collection Award. Gemäss dem Verwaltungsratspräsidenten Peter Bratschi wurde der Preis erstmals innerhalb des Konzerns verliehen. Preisträger waren in den vergangenen drei Jahren Ted Scarpa, Polo Hofer und Bruno Durrer. Humorvoller Adolf Ogi Der Award wurde vom Alt-Bundesrat Adolf Ogi überreicht, der in seiner Laudatio humorvoll die Geschichte erzählte, wie er den früheren französischen Staatspräsidenten François Mitterrand ins Grand Hotel Victoria-Jungfrau nach Interlaken brachte: «Hoteliers hinterlassen Spuren, auf denen zufriedene Gäste immer wieder zurückfinden», sagte Ogi. Auch für Rosmarie Berger hielt er grosses Lob bereit: «Auf der ganzen Welt habe ich nirgends so stimmungsvolle Weihnachtsdekorationen gesehen.» Während seiner Zeit im Bundesrat brachte Ogi neben Mitterrand auch den früheren US-Präsidentschaftskandidaten Al Gore oder den damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, nach Interlaken. Nach der Rede Ogis gab es minutenlang Standig Ovations, also stehenden Beifall für das Ehepaar Berger, das sichtlich gerührt war. Ebenfalls ein Loblied auf Bergers Wirken hielt der Hauptaktionär des Jungfrau-Parks, Oskar Schärz: «Ich habe nicht alle Auszeichnungen gezählt, die Bergers während ihrer Amtszeit erhalten haben, aber allein in den letzten Jahren waren es 71 Auszeichnungen.» Zur Victoria-Jungfrau Collection AG gehören neben dem Victoria-Jungfrau in Interlaken auch das Palace in Luzern, das Eden au Lac in Zürich und das Bellevue Palace in Bern. Keine Dividende Weniger Erfreuliches hatte Verwaltungsratspräsident Peter Bratschi den 720 anwesenden Aktionären zu berichten, die 78,8 Prozent des Aktienkapitals von 28 Millionen Franken vertraten. Man verzichte dieses Jahr auf eine Dividende: «Wir zahlen nur eine Dividende aus, die wir verdient haben», so Bratschi. Ein Zwischenrufer aus den Reihen der Aktionäre quittierte diesen Entscheid mit einem lauten «Bravo». Der Konzern Victoria-Jungfrau Collection AG mit den vier Hotels als Tochtergesellschaften musste beim Umsatz einen Rückgang von über 17 Prozent hinnehmen, das Ergebnis schloss mit einem Minus von 1,2 Millionen Franken (siehe Kasten oben). Als Ursachen für das schlechte Ergebnis wurden vor allem Finanzkrise und Schweinegrippe angegeben. Dennoch: Bratschi bezeichnete die Holding mit einer Bilanzsumme von rund 130 Millionen Franken und über 50 Prozent Eigenkapital als kerngesund. Bratschi erwähnte auch die neue Zusammenarbeit des Konzerns mit den weltweit operierenden Taj-Hotels. Positives Konzernergebnis Etwas besser sah das Ergebnis der Holding, also der Dachmarke der Hotels, aus: Der Gewinn beläuft sich auf 2,26 Millionen Franken. Davon wird eine halbe Million an die freien Reserven überwiesen, der Rest wird auf die neue Rechnung übertragen. Er betonte zudem, dass auch der Verwaltungsrat gespart habe: Die Entschädigungen seien gegenüber dem Vorjahr von 378000 Franken auf 259000 Franken zurückgegangen. Allerdings sprach Bratschi zuerst von 378 und 259 Millionen Franken, was im Saal für Erheiterung sorgte. Er korrigierte den Versprecher mit der Bemerkung: «Wir sind ja keine Banker» – lautes Gelächter folgte. Verwaltungsratspräsident Peter Bratschi wurde für weitere drei Jahre gewählt, der Nachfolger von Berger heisst Beat R.Sigg. Fritz Lehmann >

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