120 Unfälle am Wochenende im Kanton Bern

Wegen der prekären Strassenverhältnisse kam es am Wochenende im Kanton Bern zu 120 Unfällen. Auf dem Flughafen Bern wurden am Sonntag alle Flüge gestrichen, viele Bergbahnen stellten den Betrieb ein. Am Montag bleibt es stürmisch.

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Unter Autofahrern waren Schnee und Glätte am Wochenende das Gesprächsthema Nummer eins. In der ganzen Schweiz kamen Lenker auf den Strassen ins Schlittern. Viele von ihnen verunfallten. Im Kanton Bern gingen bei der Polizei von Freitag- bis Sonntagabend rund 120 Unfallmeldungen ein. Dies sagte Ramona Mock, Sprecherin der Kantonspolizei Bern, auf Anfrage.

Die allermeisten Kollisionen seien glimpflich ausgegangen. Vom Freitagabend bis zum Samstagmorgen wurden vier Personen leicht verletzt, wie Mock sagte. Die Unfälle seien über den ganzen Kanton verteilt gewesen. Zur Höhe des entstandenen Sachschadens konnte die Polizei keine Angaben machen. Besonders prekär waren die Strassenverhältnisse wegen des am Nachmittag einsetzenden Eisregens, der sich mit dem bereits liegenden Schnee vermischte und schliesslich gefror.

Keine Flüge ab Bern

Aufgrund des garstigen Wetters und des Schneefalls wurden am Sonntag auf dem Flughafen Bern in Belp sämtliche Flüge gestrichen. Betroffen waren sechs Flüge, die in Bern hätten starten sollen, sowie sechs Flüge, die Bern aus europäischen Destinationen angeflogen hätten. Es handelt sich allesamt um Skywork-Flüge.

Wegen des am Sonntag vorherrschenden Sturmtiefs Xanthos kam es insbesondere im Berner Oberland sowie im Jura zu Orkanböen. Auf dem Chasseral wurden am Sonntag Windgeschwindigkeiten von 132 km/h gemessen, auf dem Jungfraujoch entstanden Böen mit 119 km/h, wie der Wetterdienst Meteonews berichtete.

Wintersportler sassen in der Gondel fest

Mehrere Skigebiete im Berner Oberland mussten am Sonntag wegen des Sturms den Betrieb von Bahnen einstellen. Betroffen war unter anderem die Sillerenbahn im Skigebiet Adelboden-Lenk. Wie «20 Minuten» berichtete, stoppten die Verantwortlichen die Bahn für 20 Minuten komplett, bevor die betroffenen Wintersportler in verlangsamter Fahrgeschwindigkeit in die Station gebracht wurden.

Auch die Eisenbahn hat mit dem winterlichen Wetter zu kämpfen. Vielerorts führten technische Störungen zu vorübergehenden Unterbrüchen. Im Jura konnten die Züge am Sonntag zwischen Tramelan und Le Noirmont wegen starken Schneefalls nicht fahren. Der Fahrplanwechsel an sich hat kaum zu Problemen geführt: Die meisten Züge waren planmässig unterwegs, sagte Linus Looser von den SBB.

Es bleibt stürmisch

Am Montag bleibt das Wetter im gesamten Kanton Bern garstig. Es wird stark bewölkt, in den Alpen muss jederzeit mit Schneefall gerechnet werden, während es in tieferen Lagen regnet. Die Schneefallgrenze liegt tagsüber bei 1800 Metern und sinkt während des Tagesverlaufs auf 1000 Meter. In den Bergen prognostiziert Meteosuisse erneut stürmische bis orkanartige Südwestwinde. Erst am Montagabend lassen die Winde allmählich nach.

Haben Sie Fotos von verschneiten Wäldern, eisigen Strassen oder winterlicher Idylle? Schicken Sie uns diese mit Ortsangabe an online@bernerzeitung.ch

ddt/chh/sda

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