4,5 Millionen für Pflästerung der Rathausgasse

Bern

Die Stadt Bern kann die laufende Sanierung der Stromleitungen in der Rathausgasse nutzen, um den Strassenbelag durch eine Pflästerung zu ersetzen.

Die Rathausgasse ist die einzige Hauptgasse in der unteren Altstadt, die auf einem längeren Abschnitt nicht gepflastert ist.

Die Rathausgasse ist die einzige Hauptgasse in der unteren Altstadt, die auf einem längeren Abschnitt nicht gepflastert ist.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Der Stadtrat hat am Donnerstag einen Baukredit von 4,5 Millionen Franken für die Pflästerung der Rathausgasse im Zuge der Danierung der Stromleitungen klar genehmigt. Eigentlich wollte Energie Wasser Bern (ewb) in der Rathausgasse bloss die Elektroleitungen sanieren. Doch bei den Bauarbeiten zeigte sich, dass auch die Gas- und Wasserleitungen ersetzt werden müssen. Die Stadt nutzt nun die Gelegenheit, selber eine neue Abwasserleitung zu bauen und auch gleich die Strasse zu pflästern.

Schliesslich sei die Rathausgasse die einzige Hauptgasse in der unteren Altstadt, die auf einem längeren Abschnitt nicht gepflastert sei, befand der Gemeinderat. Eingesetzt werden kleine Pflastersteine, um den Bedürfnissen von Velo- und Rollstuhlfahrern Rechnung zu tragen.

Umstrittene Rollstuhl-Rampe

Die GFL/EVP wollte den Kredit um 86'000 Franken kürzen: Eine Rampe für Rollstullfahrer auf der Höhe des Metzgergässchens sei nicht zwingend nötig. Deshalb müsse auch nicht für teures Geld abgeklärt werden, ob sie überhaupt bewilligungsfähig wäre.

Die sechs bis sieben Meter lange Rampe würde das Gesamtbild der Unesco-geschützten Altstadt stören, befürchtete die GFL/EVP. Sie käme auch viel zu teuer, zumal es noch eine Absturzsicherung bräuchte. Auch SVP, FDP und Grünliberale wollten den Kredit deshalb kürzen.

Anders sah es das rot-grüne Lager. «Wir wollen eine Stadt, die für alle zugänglich ist», sagte Marieke Kruit namens der SP. Für Gehbehinderte falle ein Umweg von rund 300 Metern durchaus ins Gewicht. Auch das Grüne Bündnis hielt die Bedenken gegen die Rampe für befremdlich.

Kein Widerspruch zu Weltkulturerbe

Eine Rollstuhlrampe müsse keineswegs im Widerspruch zum Unesco-Weltkulturerbe stehen, betonte Gemeinderätin Ursula Wyss (SP). Die Behindertenorganisationen setzten sich seit Jahren für dringend nötige Verbesserungen in der Altstadt ein. Hauchdünn, mit 33 zu 32 Stimmen, wurde der Kürzungsantrag verworfen. Die Bauarbeiten für den Ersatz der Werkleitungen sind bereits im Gang. Die Pflästerung soll ab Juli 2019 erfolgen. Abgeschlossen sind sämtliche Arbeiten voraussichtlich Ende Oktober 2020.

sih/sda

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