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40 Konzertflügel ziehen um

Das Konservatorium wird saniert. Als Folge davon müssen Schüler und Lehrer mit samt ihren Konzertflügeln für ein Jahr umziehen.

Noch stehen die Konzertflügel im Konsi in Bern: Simon Stoppiello mit seinem Klavierlehrer Simon Weber am Flügel.
Noch stehen die Konzertflügel im Konsi in Bern: Simon Stoppiello mit seinem Klavierlehrer Simon Weber am Flügel.
Urs Baumann

Gerhard Müller, Direktor des Berner Konservatoriums, sitzt auf der Dachterrasse an der Sonne und strahlt: «Endlich sind die Einsprachen vom Tisch, und wir können die alte, etwas konservative Bildungseinrichtung in ein modernes Zentrum umbauen.» Das Gebäude an der Kramgasse 36 ist in die Jahre gekommen und weist gravierende Sicherheitsmängel auf. Das 70 Jahre alte Haus ist weitgehend im Originalzustand, die Elektroleitungen stammen aus den 30er-Jahren, und ein Brandschutz fehlt gänzlich. Nachdem die Stadt Bern die Notwendigkeit einer Sanierung erkannte, verzögerten Anwohner mit Einsprachen das Bauvorhaben. Jetzt wurde ihren Bedenken Rechnung getragen, und die Sanierung kann nach den Herbstferien beginnen.

Umzug in den Ferien

Über 2000 Schüler, Musiklehrer und eine Vielzahl Musikinstrumente, darunter 40 Konzertflügel und 40 Klaviere, erhalten für ein Jahr eine neue Bleibe. Für den Umzug an den Zentweg in ehemalige Räumlichkeiten der Swisscom haben die Verantwortlichen die ganze mittlere Woche der Herbstferien reserviert. Um die Kontrabässe, Schlagzeuge und zahlreichen Perkussionsinstrumente zu zügeln, steht für die Musiklehrer eine Sonderschicht an.

Konzertflügel durch Fenster

Aufwändig wird es bei den drei bis vierhundert Kilogramm schweren Konzertflügeln. Die «Riesendinger» lassen sich abgesehen von den Beinen nicht demontieren. Die kleineren Flügel werden aufgestellt, in Wolldecken verpackt und auf sogenannten «Schlitten» durch die Tür hinausgeschoben. Der grösste Konzertsaal-Flügel tritt die Reise höchstwahrscheinlich durchs Fenster in die Kramgasse an. Pianist Simon Weber, der im historischen Gebäude Musik studiert hat und heute selber unterrichtet, kennt die Tücken. «Wegen Unterschieden bei der Raumfeuchtigkeit müssen alle Klaviere nach dem Umzug nachgestimmt werden.» Bei einem Flügel mit rund 88 Tasten ist das harte Arbeit.

Der grosse Saal entfällt

Wegen der Renovationsarbeiten kann der grosse Konzertsaal nicht genutzt werden. Das Konsi hat sich dafür an einzelnen Tagen im neu eröffneten «Yehudi Menuhin Forum Bern» am Helvetiaplatz eingemietet. Der Konzertsaal in den Räumen einer ehemaligen Freikirche wird für diese Zeit mit dem Inventar des Konsi-Saals bestückt.

Gerhard Müller freut sich auf ein helleres, freundlicheres und modernes Konservatorium nach der Sanierung. Nicht mehr alle antiken und teils gestifteten Möbel kehren in die Musikzimmer zurück. Geplant ist, einen Stock mit dem wertvollsten, alten Inventar zu bestücken und die anderen Räume modern zu gestalten.

Stefan Dellenbach von den Stadtbauten Bern ist zuversichtlich, dass der Einzugstermin Ende 2011 trotz Verzögerung eingehalten werden kann.

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