Alle Resultate bleiben geheim

Entgegen ihrer Ankündigung haben auch Galmiz und Kerzers die Resultate der ARA-Abstimmung nicht veröffentlicht. Kerzers machte eine Kehrtwende. Der Galmizer Gemeindepräsident wusste nichts von der Geheimhaltung.

<b>Auch in Galmiz</b> bleiben die Resultate noch hinter Gittern.

Auch in Galmiz bleiben die Resultate noch hinter Gittern.

(Bild: FN)

Am Sonntag haben die Stimmberechtigten von zwölf Freiburger Gemeinden an der Urne über das Kreditbegehren des Gemeindeverbandes ARA Seeland-Süd abgestimmt. Die Resultate bleiben jedoch vorerst geheim.

Der Gemeindeverband will erst am Dienstag kommunizieren, um die Resultate von der Gemeindeversammlung Münchenwiler von heute Abend abzuwarten. Der Gemeindeschreiber von Kerzers, Erich Hirt, sowie der Ammann von Galmiz, Thomas Wyssa, hatten am Freitag noch angekündigt, die Resultate bekannt geben zu wollen.

Am Wochenende gekippt

«Ich wusste da noch nichts von der Weisung des Gemeindeverbandes ARA Seeland-Süd, dass wir das Ergebnis nicht bekannt geben sollen», sagte Thomas Wyssa am Sonntag. Erich Hirt will sich nicht erneut äussern. Klar ist, dass der ursprüngliche Entscheid am Wochenende gekippt wurde. Hirt verweist auf Gemeindepräsidentin Nicole Schwab. Diese war am Sonntag nicht erreichbar.

Der Kerzerser Gemeinderat und Vize-Präsident ARA Seeland-Süd, Adrian Tschachtli, sagte: «Ich war beim ersten Entscheid von letzter Woche nicht dabei, weil ich in den Ferien war.»

Nun sei es aber so, dass Kerzers wie alle anderen elf Freiburger Kommunen die Abstimmung in Münchenwiler abwarten wolle: «Wir wollen sie nicht vor den Kopf stossen, weil sie als einzige der fünf Berner Gemeinden zeitnah zur Urnenabstimmung eine ausserordentliche Versammlung durchführt.»

Es sei ein Kompromiss, denn bis im Mai, wenn die anderen vier Berner Gemeinden entschieden haben, könne der Verband nicht warten. «Das wäre eine viel zu lange Zeit.»

Eine Verbandsabstimmung

Die Kehrtwende von Kerzers geht laut Ursula Schneider Schüttel, Präsidentin ARA Seeland-Süd, nicht auf ihre Intervention zurück: «Ich hatte keinen Kontakt mit Kerzers.» Die Präsidentin betonte nochmals, «dass die Abstimmung vom Gemeindeverband organisiert wird und nicht von den Gemeinden».

Deshalb könne der Vorstand der ARA entscheiden, wann die Resultate bekannt gegeben werden. Dabei habe sich der Vorstand nach der Abstimmung des Feuerwehrverbandes Region Murten von vor zwei Jahren gerichtet, dem ebenfalls Berner und Freiburger Gemeinden angehören.

«Es ist so vielkomisch gelaufen bei der ARASeeland-Süd, das verwundertmich nicht.»Fredi Schwab, Aktionsgruppe Kerzers

Doch der Feuerwehrverband gab die Resultate am Montag bekannt, sodass auch der zweimal wöchentlich erscheinende «Murtenbieter» in der Ausgabe vom Dienstag darüber berichtete. Hingegen möchte der ARA-Verband erst am Dienstagvormittag kommunizieren.

Gemäss Schneider geht es auch darum, mit dem Abwarten der Gemeindeversammlung in Münchenwiler ein möglichst klares Resultat liefern zu können, «diese Chance steigt mit jeder Gemeinde». Auf die anderen vier Berner Gemeinden bis im Mai zu warten, sei keine Option, «das ist zu lang».

Vieles mangelhaft

Fredi Schwab von der Aktionsgruppe Kerzers, der über Monate gegen das ARA-Projekt kämpfte, sagte zur verzögerten Bekanntgabe der Resultate: «Es ist so viel komisch gelaufen bei der ARA Seeland-Süd, das verwundert mich nicht.»

Er sei auf die Ergebnisse gespannt. Peter Halbherr von der Aktionsgruppe Sauberer Murtensee erklärte: «Das gesamte Verfahren ist mangelhaft, und es zeugt von mangelnder Sorgfalt.» Es sei dazu aber keine Einsprache geplant.

Furttaler

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