Bern

Hochwasser: Provisorische Massnahmen wirken

BernDie in den letzten Jahren in Bern eingeführten provisorischen Schutzmassnahmen haben sich beim aktuellen Hochwasser bewährt.

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450 Kubikmeter Wasser pro Sekunde – bei diesem Wert läuten in der Stadt Bern jeweils die Alarmglocken. Denn führt die Aare eine solche Wassermenge, bedeutet dies in der Regel überschwemmte Ufer. Am Montagabend wurde dieser Wert deutlich überschritten: 510 Kubikmeter Wasser rauschten pro Sekunde den Fluss hinunter. Trotzdem hielten sich die entstandenen Schäden in den aarenahen Wohnquartieren bisher verhältnismässig in Grenzen.

Verstärkte Strasse für Krane

Ein Grund dafür sind auch die kurzfristigen Schutzmassnahmen, welche die Stadt nach den verheerenden Hochwassern von 1999 und 2005 getroffen hatte: In der Matte wurden etwa in der Wasserwerkgasse Pumpen eingebaut, die im Hochwasserfall den Grundwasserspiegel regulieren. An besonders gefährdeten Uferwegen sorgen mittlerweile zudem provisorische Beaverschläuche für eine Wassersperre. Und damit schwere Krane beim Schwellenmätteli angestautes Schwemmholz aus dem Fluss fischen können, wurde extra die Aarstrasse verstärkt.

«Ohne diese Optimierungen hätte sich heuer wohl ein anderes Bild präsentiert», sagt Stadtingenieur Hans-Peter Wyss. Die Feuerwehr habe bewiesen, dass sie die getroffenen Massnahmen effizient anzuwenden verstehe. Trotzdem ist für Wyss klar, dass der Hochwasserschutz in Zukunft ausgebaut werden muss. «Bei Wassermengen um die 600 Kubikmeter pro Sekunde reichen auch die bisher getroffenen Schutzmassnahmen nicht aus.» Entsprechende Werte wurden etwa bei den beiden «Jahrhunderthochwassern» 1999 und 2005 gemessen.

90 Millionen für mehr Schutz

Um die aarenahen Quartiere künftig vor Hochwasser zu schützen, erarbeitet die Stadt seit 2013 einen umfassenden Wasserbauplan. Dieser sieht entlang des Aarelaufs vom Dählhölzli bis zum Kraftwerk Engehalde diverse bauliche Massnahmen vor. So sind unter anderem natürliche Überflutungsflächen, Stegerhöhungen oder etwa Schutzmauern geplant. In der Matte soll eine unterirdische Dichtwand entlang der Aare in Zukunft überschwemmte Keller verhindern. «Mit solchen langfristigen Massnahmen wären wir in Bern auch gegen 600 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gewappnet», so Wyss.

Noch ist die Realisierung des Wasserbauplans aber nicht im Trockenen. Frühestens 2016 soll das 90-Millionen-Projekt vors Volk kommen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.05.2015, 06:55 Uhr

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