Stadt Bern will Aare zum Bueber leiten

Bern

Von der Aare soll man künftig direkt ins Bueber-Seeli schwimmen können. Bei der geplanten Sanierung will die Stadt Bern einen neuen Aarezugang bauen – allerdings auf Kosten von Liegefläche.

Der Steg beim «Bueber-Seeli» im Marzili ist zurzeit geschlossen.

Der Steg beim «Bueber-Seeli» im Marzili ist zurzeit geschlossen.

(Bild: Keystone)

Christoph Albrecht

Beschädigter Beton. Kaputte Geländer. Einsturzgefährdeter Boden. Seit Längerem befindet sich das Bueber-Seeli im Marzilibad in desolatem Zustand. Zur Sicherheit der Badegäste musste die beliebte Ecke auf der Bundeshausseite des Flussbads deshalb im Frühling geschlossen werden. Was aus der Anlage werden soll, liess die Stadt offen.

Auch die Böötler profitieren

Über die Sommermonate haben Architekten nun mehrere Szenarien zur Zukunft des Männerbads entworfen. Die sechs vorgelegten Sanierungsvarianten könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Eine Variante etwa sah vor, dass der Bueber künftig aufgeschüttet wird. Eine andere Idee war, das gesamte Marzilibad von einem zweiten Aarelauf zu umspülen und damit wieder zu einer Insel werden zu lassen.

Am Dienstag präsentierte der Gemeinderat nun seine favorisierte Variante. Diese sieht nebst der allgemeinen Sanierung der Anlage den Bau eines Kanals vor, der es in Zukunft ermöglichen soll, von der Aare direkt ins Bueber-Seeli hineinzuschwimmen (siehe Karte). Dank einer Brücke über den neuen Zufluss soll der Bueber für den Rest des Marzilibads zudem zugänglicher werden. Und: Bei der Auswasserungsstelle beim Pontonierverein sollen die heutigen Parkplätze verschwinden. Damit erhalten Böötler mehr Platz zum Auswassern.

«Diese Variante ist ein guter Mix», findet Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP). Weil der Bueber bei diesem Vorhaben nicht gross verändert würde, bliebe auch seine Identität und damit «ein Sprutz Nostalgie» erhalten. Die neue Wasserbahn von der Aare direkt in die Anlage mache das Flussbaden zudem noch attraktiver. «Diese Variante ist ausserdem finanzierbar», so Schmidt. Die geplante Sanierung soll zwischen 3,8 und 5 Millionen Franken kosten.

Zu reden dürfte bei der vom Gemeinderat bevorzugten Variante vor allem der Kanal geben. Dieser würde im Marzilibad einen Teil der Liegefläche verdrängen. Wie viel Fläche verloren ginge, kann laut Schmidt zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. «Der Verlust der Liegefläche würde aber durch mehr Wasserfläche kompensiert.»

Frühstens 2018 fertig

Für die weitere Planung hat der Gemeinderat nun einen Projektierungskredit von 130'000 Franken gesprochen. Bis im Bueber dann aber tatsächlich die Bagger auffahren, dürfte noch reichlich Wasser die Aare hinunterfliessen. So wird das Projekt erst noch die Hürde Stadtrat nehmen müssen. «Läuft alles nach Plan, ist der neue Bueber im Sommer 2018 wieder offen», hofft Schmidt.

Bis dann will der Gemeinderat aber nicht untätig bleiben: Nebst dem Bueber möchte er auch die Sanierung des restlichen Marzilibads in Angriff nehmen. Für die Ausarbeitung einer Strategie hat er 150'000 Franken bewilligt. Die Stadt rechnet für die gesamte Sanierung mit Kosten von rund 30 Millionen Franken.

Berner Zeitung

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