Worblaufen

Surfen auf der Aare-Welle

WorblaufenDaniel Schmutz setzt sich seit sechs Jahren mit dem Verein Flusswelle Bern für ein Wellenprojekt in der Aare ein. Der Berner Surfer zeigt uns sein Können auf dem Brett.

Gleichgewicht ist gefragt: Daniel Schmutz mit seinem Surfbrett auf der Aare.

Gleichgewicht ist gefragt: Daniel Schmutz mit seinem Surfbrett auf der Aare. Bild: Walter Pfäffli

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«Nimm einen Neoprenanzug mit, das ist alles, was du brauchst», sagt Daniel Schmutz. Der Berner will uns zeigen, wie er auf der Aare surfen kann. Surfen – auf der Aare? Genauso ist es.

Am malerischen Ufer unterhalb der Tiefenaubrücke in Worb­laufen soll eine künstliche Flusswelle in der Aare entstehen. Seit sechs Jahren setzt sich ­Daniel Schmutz als Projektleiter mit dem Verein Flusswelle Bern dafür ein. Das Projekt ist Teil der «Uferschutzplanung ­Aareraum Worblaufen» der Gemeinde Ittigen, die den Aareraum rund um Worblaufen aufwerten will.

Rampe in die Aare bauen

Bereits jetzt gelingt es der immer grösser werdenden Berner Surfgemeinde, auf der natürlichen Welle unter der Brücke zu surfen. «Diese natürliche Welle ist aber sehr stark von der Wassermenge in der Aare abhängig», erklärt Schmutz. Mit einer künstlichen Welle könne man hingegen rund 250 Surftage im Jahr anbieten.

Der 34-jährige Berner, der seit über 15 Jahren auf dem Meer und seit über 10 Jahren auch auf Flüssen surft, erklärt, wie man sich ein solches Projekt vorstellen kann. «Im Winter, wenn die Aare wenig Wasser führt, soll eine Rampe am Grund des Flusses gebaut werden. Diese erzeugt anschliessend eine Welle, die von uns Surfern genutzt werden kann.»

Eine solche Welle gibt es in der Schweiz bereits in Bremgarten AG. Geplant sind ausserdem Projekte in Crans Montana VS und in Ebikon LU. Dort soll die Gigawelle, die alljährlich an der BEA-Expo in Bern zu sehen ist, in einem Einkaufszentrum zu stehen kommen. «Die Flusswelle in Bern soll aber die erste künstliche Welle in der Schweiz sein, die sich verstellen lässt», führt Daniel Schmutz aus. Die eine Einstellung soll dabei für Kajakfahrer geeignet sein, die andere für die Surfer.

Zwischen dem rechten Aareufer und dem Brückenpfeiler soll das 10 Meter breite Projekt realisiert werden. «Der Standort in dieser natürlichen Umgebung ist ideal.» Dank dem Rauschen, das bei der Brücke heute schon zu hören ist, werde auch die Lärmfrage nicht zum Thema werden, erklärt Daniel Schmutz.

Weitere Überprüfungen nötig

Vor kurzem sind die gesamten Unterlagen in die kantonale Vorprüfung gegangen. «Zusammen mit den beauftragten Planern sind wir nun daran, den Vorprüfungsbericht des Kantons zu bereinigen», erklärt Kurt Zbinden, Leiter der Abteilung Bau in der Gemeinde Ittigen. Es gehe darum, verschiedene Vorbehalte zu korrigieren.

Die bereinigte Uferschutzplanung werde anschliessend dem Amt für Gemeinden und Raumordnung zur erneuten Vorprüfung vorgelegt. «Wegen dieser weiteren Arbeiten wird es nicht möglich sein, das Geschäft der Gemeindeversammlung von Ende November 2016 zum Beschluss vorzulegen.» Vorgesehen sei die Beschlussfassung an der Gemeindeversammlung vom Juni 2017.

Alles eine Frage der Balance

Nach den Erklärungen geht es an diesem sonnigen Morgen ans Eingemachte: Der Neoprenanzug wird montiert, das Brett und das Paddel gesattelt. Daniel Schmutz klettert ohne Mühe auf seinen schwimmenden Untersatz und steuert die Welle unter der Brücke an. In der Mitte angekommen, versucht er das Gleichgewicht zu halten, was ihm beeindruckend gut gelingt.

Uns dagegen wird schon nach wenigen Augenblicken klar, dass wir bei einem allfälligen Selbstversuch keine gute Figur abgeben würden. «Ich bin sicher, dass das kein Problem wäre», entgegnet der Berner lachend, als er tropfnass einige Minuten später wieder aus dem Wasser steigt. Und doch schauen wir auch bei den weiteren Darbietungen lieber vom Ufer aus dem Profi zu. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.07.2016, 10:16 Uhr

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