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Abwasser sorgt für Wärme

Ein grosser Wärmeverbund will sich die Abwärme aus der ARA zunutze machen. Läuft alles nach Plan, geht der Verbund in drei Jahren in Betrieb.

Die ARA Worblaufen: Das gereinigte Wasser künftig zu Heizzwecken verwendet werden.
Die ARA Worblaufen: Das gereinigte Wasser künftig zu Heizzwecken verwendet werden.
Andreas Blatter

Von Arni bis Zollikofen, von Trimstein bis Ostermundigen: In der ARA Worblaufen wird das ­Abwasser von rund 70 000 Einwohnern sowie Hunderten Gewerbebetrieben gereinigt. Das saubere Wasser fliesst, je nach Jahreszeit, 10 bis 20 Grad warm zurück in die Aare.

Diesem Wasser möchte die Elektra Baselland (EBL) in Zukunft 4 bis 6 Grad entziehen. So könnten pro Jahr um die 30 Gigawattstunden Energie gewonnen werden – das reicht dafür aus, über 4000 durchschnittliche Wohnungen zu beheizen. «Das ist ein grosses Potenzial», sagt Claude Minder, Abteilungsleiter Wärmecontracting bei der EBL. Um das Potenzial nutzen zu können, plant die EBL zusammen mit dem ARA-Gemeindeverband einen grossen Wärmeverbund. Die Wärmezentrale käme auf dem ARA-Areal zu stehen.

Schutzplan vors Volk

Noch ist das Projekt aber nicht Tatsache. Zuerst muss die sogenannte Uferschutzplanung angepasst werden; die öffentliche Mitwirkung dauert vom 4. Dezember bis zum 15. Januar. Voraussichtlich in einem Jahr kommt der Uferschutzplan auch noch vor die Gemeindeversammlung. Wenn diese Ja sagt, kann die EBL das Baugesuch einreichen.

Die Zeit, die bis dahin vergeht, will die EBL nutzen, um möglichst viele Liegenschaftsbesitzer und Gewerbebetriebe von einem Anschluss an den Wärmeverbund zu überzeugen. Claude Minder ist zuversichtlich, dass sich der Verbund wirtschaftlich betreiben lässt. Einerseits ist das Siedlungsgebiet im Bereich Worblaufen-Tiefenau-Ittigen kompakt, andererseits finden sich hier auch grosse Energiebezüger wie die Swisscom, das Tiefenauspital oder die Militärbetriebe.

In einem Jahr will die EBL Bilanz ziehen und definitiv entscheiden, ob sie den Wärmeverbund baut. Im Falle eines positiven Entscheids soll der Verbund rechtzeitig auf den Winter 2020/2021 in Betrieb genommen werden.

maz

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