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Alte Fabrikhalle wird zum Töffparadies

Ein Töff­unternehmen expandiert und spannt mit dem Importeur zusammen: Die Ostermundiger Hess Motorrad AG hat eine alte Fabrikhalle übernommen und zum Verkaufslokal mit Werkstatt umgebaut.

Im Hintergrund prägt die schneckenförmig gebaute Rampe das Bild: Wolfgang und Gerlinde Hess im neuen Betrieb im Gümligental.
Im Hintergrund prägt die schneckenförmig gebaute Rampe das Bild: Wolfgang und Gerlinde Hess im neuen Betrieb im Gümligental.
Urs Baumann

In der Mitte führt eine schneckenförmig gebaute Rampe hin­auf in die Galerie. Sie gehört zu jenen Elementen, die die Architektur im frisch sanierten Fabrikgebäude prägen. Vor allem aber hat sie ganz praktische Gründe.

Dank ihr können Motorräder ohne grossen Kraftakt vom Erd- ins Obergeschoss befördert werden. Der Mechaniker setzt sich einfach auf die Maschine, lässt den Motor anspringen – und fährt bequem in die Höhe.

Gefragte Occasionen

Genau. In der alten Halle im vorderen Teil des Gümligentals, in der erst ein Lüftungstechniker und später ein Kerzenfabrikant tätig waren, geschäftet neu ein Töffhändler.

Die Ostermundiger Hess Motorrad AG, seit Jahr und Tag in der Gewerbezone Tä­getli daheim, hat die Liegenschaft an der Grenze zur Nachbargemeinde Stettlen übernommen und sie zum Verkaufslokal mit Werk­stätte umgebaut. Am Samstag, rechtzeitig zum Start der neuen Saison, ist die Eröffnung.

Im Gümligental hat Hess aber nicht allein das Sagen. Für das Alltagsgeschäft sind die Ostermundiger eine Partnerschaft mit der Hostettler-Gruppe aus Sursee eingegangen. Diese hält an der neuen Hess Hostettler AG gar die Mehrheit.

«Wir ebnen so den Weg zu einer möglichen Nachfolgeregelung», erklärt Geschäftsleiter Wolfgang Hess. Noch sei nicht klar, ob jemand aus der dritten Generation weitermache.

Hess selber hat das Geschäft vor bald 40 Jahren von seinem Vater übernommen und stetig ausgebaut.

Mit den Partnern kehrt die Töffmarke Yamaha zurück, von der sich Hess zwischenzeitlich verabschiedet hatte. Die Hostettler-Gruppe ist nämlich Schweizer Generalimporteurin der japanischen Motorräder, und Wolfgang Hess verspricht sich viel vom Neuzugang.

Zum einen, weil Yamaha preislich attraktiv sei und die jungen Einsteiger anspreche (siehe Infobox). Zum andern, weil Yamaha mit den Rollern auch eine Fahrzeugkategorie biete, die im Alltagsverkehr in den Städten immer wichtiger werde.

«Das Bedürfnis nach guten Occasionen ist sehr gross in der Schweiz.»

Wolfgang Hess

Dann lenkt er die Aufmerksamkeit zurück auf das Galeriegeschoss, wo sich Occasion an Occasion reiht. Man habe festgestellt, dass das Bedürfnis nach guten Gebrauchtfahrzeugen in der Schweiz sehr gross sei.

Im Grunde genommen sei dieser Markt gar grösser als jener mit den neuen Motorrädern. Diesen Bereich könne man nun im Gümligental als zweites wichtiges Standbein auf- und ausbauen.

Ob es nicht aufwendig ist, künftig an zwei Standorten zu geschäften? Wolfgang Hess verneint und erinnert daran, dass sich die Hess Motorrad AG ursprünglich anderweitig vergrössern wollte. Vor drei Jahren wollte sie der Platznot mit einer Aufstockung im Tägetli ein Ende ­bereiten.

Weil sich nun die Gelegenheit im Gümligental ergeben habe, habe man letztlich auf dieses, von den Behörden bereits bewilligte Projekt verzichtet, sagt er. «Aufzustocken ist immer sehr teuer. Wir hätten für wesentlich mehr Geld spürbar weniger Platz geschaffen.»

In der Liga der Grössten

Der Betrieb im Gümligental, der Investitionen in tiefer zweistelliger Millionenhöhe nötig gemacht hat, bedeutet für Wolfgang Hess einen grossen Sprung nach vorn. Mit seinen 3800 Quadratmetern Fläche ist er nicht sehr viel kleiner als das Stammhaus im Tägetli. Gleichzeitig steigt der Personalbestand von gut 60 auf neu rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Damit steigen die Hess-Betriebe, die in Thun noch mit einem dritten Standort präsent sind, definitiv in die Liga der Grössten in der Schweizer Motorradbranche auf. Die Verantwortung tragen neben Wolfgang Hess auch seine Frau Gerlinde und sein Bruder Konrad.

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