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Anwalt von Bijouterie-Räuber beantragt Freispruch

Ein 43-jähriger Este, mutmasslicher Beteiligter an einem Überfall auf eine Berner Bijouterie, steht vor Gericht.

Im Frühjahr 2003 wurde die Bijouterie Bucherer überfallen. Deren Mitarbeiter wurden mit Schusswaffen bedroht. Verübt wurde der Überfall nach Aussagen von Zeugen von fünf maskierten Männern osteuropäischer Herkunft. Einer davon, ein 43-Jähriger aus Estland, steht nun vor Gericht. Sein Anwalt plädiert auf Freispruch, «zumal bekanntermassen im Zweifel für den Angeklagten zu entscheiden ist». Nach Auffassung des Fürsprechers haben die Zeugenaussagen seinen Mandanten eher entlastet. In der Tat hatten die drei zuvor vorgeladenen Zeugen ein Bild der Täter vermittelt, das mindestens auf den Angeklagten nicht zutrifft. Dieser ist eine imposante Erscheinung, ausgesprochen athletisch. Die Zeugen hatten mehrheitlich von eher jungen, schmächtigen Männern gesprochen.

Keine Videoüberwachung

Sie, allesamt Direkt- oder Indirektbetroffene, haben die Geschehnisse offenbar inzwischen verdaut, fühlen sich in gewissen Situationen aber immer wieder daran erinnert. Der Geschäftsführer bedauert, damals noch nicht über eine Videoüberwachung verfügt zu haben. Diese wäre bei der Identifizierung der Täter mit Sicherheit von Nutzen gewesen. Inwieweit die Zeugenaussagen hilfreich sind, wird sich heute, bei der Urteilsverkündung, weisen. Die Zeugen hatten nur noch vage Erinnerungen und gaben teils Widersprüchliches von sich.

DNA an Beweisstücken

Was gegen den Angeklagten spricht: Der Vater zweier Kinder hat sowohl in seiner Heimat als auch in Deutschland schon Haftstrafen absitzen müssen; in Deutschland etwa bekannte er sich schuldig, an einem Banküberfall beteiligt gewesen zu sein. Zum Verhängnis werden könnte ihm, dass an bestimmten Beweisstücken seine DNA festgestellt wurde. Sein Anwalt begründet dies mit wahrscheinlichen Kontakten seines Mandanten zu Banden, «die wiederum durchaus beteiligt gewesen sein könnten». Er kritisiert das Zögern des Gerichts, das sechs Jahre lang mit dem Prozess zugewartet habe. Überdies beantragt er die Freilassung – und dass sein Mandant entschädigt wird und die Verfahrenskosten zu Lasten des Staates gehen.

Käme der Este tatsächlich frei, ginge er, wie er sagt, zurück in seine Heimat. Dort allerdings müsste er nochmals eine Strafe absitzen. Die letzten zwölf Jahre hatte er bereits grösstenteils in Gefängnissen verbracht.

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