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«Asiatische Leichtigkeit ist in Bern gefragt»

Die Intensität chinesischer Speisen überfordert Berner Gaumen. Die milde Europa-Version enttäuscht Asiaten. Mary Ann Chu, Wirtin im Restaurant Boky, über den kulinarischen Spagat zwischen Bern und China.

Frau Chu, in unseren bisherigen China-Bern-Gesprächen stellten Chinesen, die in Bern leben und arbeiten, unisono fest, dass es unmöglich sei, hier wirklich chinesisch zu essen. Verstehen Sie das? Mary Ann Chu: Absolut. Wer wirklich chinesisch essen möchte, besonders Dinge, deren Zubereitung kompliziert ist, bei denen Geschmack und Schärfe stimmen, hat es in der Schweiz sehr schwer. Mir geht es nicht anders. Eigentlich habe ich nur zwei Möglichkeiten: Ich lasse mich von meinen Köchen verwöhnen. Oder ich gehe nach Paris, was ich mir so einmal im Jahr leiste.

Wieso nach Paris? Weil es in Paris die am nächsten bei der Schweiz gelegene Chinatown gibt. Man fühlt sich dort fast wie in China, auf der Strasse reden alle Chinesisch, in den Restaurants wird man ungefragt auf Chinesisch bedient. Ein Paris-Ausflug wird für uns meistens zu einer kleinen Essorgie. Weil so viele Chinesen in Paris leben, lässt sich dort ein Restaurant erfolgreich führen, in dem richtig chinesisch gekocht wird.

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