Astra prüft Halbanschluss Grauholz

Ein Projekt soll aufzeigen, ob ein Autobahnanschluss im Grauholz vereinbar ist mit dem Ausbau auf acht Spuren.

Ein Anschluss an die A 1 im Grauholz könnte dereinst die Ortsdurchfahrten in Zollikofen und Ittigen entlasten.

Ein Anschluss an die A 1 im Grauholz könnte dereinst die Ortsdurchfahrten in Zollikofen und Ittigen entlasten.

(Bild: Beat Mathys)

Hans Ulrich Schaad

Der Wunsch nach einem Halb­anschluss im Grauholz ist in der Region gross. Diese Einfahrt auf die A 1 in Richtung Bern und Ausfahrt aus Richtung Bern sollen die Ortsdurchfahrten in Zolli­kofen und Ittigen entlasten. Aufgrund einer Studie hat das ­Bundesamt für Strassen (Astra) diesen Halbanschluss an der ­Verbindungsstrasse der beiden Gemeinden vor einigen Jahren verworfen.

Nun kommt er wegen der Wünsche aus der Region wieder auf den Tisch. Das Astra hat auf Simap, der Plattform für das öffentliche Beschaffungswesen, eine Ausschreibung publiziert. Dort sucht das Bundesamt eine spezialisierte Firma, die das Astra bei der Erarbeitung eines Projektes für den Halbanschluss unterstützt.

Zunächst müsse das Projekt aufzeigen, ob das geplante Engpassbeseitigungsprojekt auf der A 1 mit dem Achtspur­ausbau Wankdorf–Schönbühl auch mit dem Halbanschluss machbar sei, heisst es in der Ausschreibung. Zudem soll abgeklärt werden, ob der Ausbau mit zusätzlichem Anschluss politisch akzeptiert wird und umweltverträglich realisiert werden kann.

In ferner Zukunft

Der Halbanschluss Grauholz sei mit dieser Ausschreibung nicht beschlossen, betont Mark Siegenthaler, Sprecher bei der Astra-Filiale in Thun. Es sei ein vom Spurausbau abgetrenntes Projekt. Es würden zwar bereits Daten vorliegen. Diese reichten aber nicht aus, die genauen Auswirkungen abzuschätzen. «Ein neuer Anschluss bringt zusätz­lichen Verkehr und erhöht das ­Risiko für Unfälle und Staus», sagt Siegenthaler. Mit der Raststätte Grauholz hat es in unmittelbarer Nähe bereits Ein- und Ausfahrten.

Die Einflüsse eines neuen Anschlusses Grauholz würden weiter reichen als nur bis zur Verzweigung Wankdorf. Es müsste auch gewährleistet sein, dass der angrenzende Abschnitt mit dem Felsenauviadukt den Zusatzverkehr vom Halbanschluss aufnehmen könne. Ebenfalls müssen die Auswirkungen auf den Hauptstrassen angeschaut werden.

Bis die Bauarbeiten am Grauholz beginnen können, werden noch viele Jahre ins Land ziehen. Zumal Landwirte und Umweltschützer Widerstand angekündigt haben. Ein definitiver Entscheid zum Halbanschluss Grauholz fällt frühestens in einigen Jahren.

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