Auf ein Feierabendbier ins Museum

Sechs Berner Museen schenken ab 2018 das Museumsbier aus, eine Kombination aus Apéro und Ausstellungsbesuch. Und ein Amuse-Bouche für die ­Museumsinsel.

Apéro im Museum, diese Idee erfolgreich umgesetzt hat das Naturhistorische Museum bereits mit seiner Bar der toten Tiere.

Apéro im Museum, diese Idee erfolgreich umgesetzt hat das Naturhistorische Museum bereits mit seiner Bar der toten Tiere.

(Bild: Lisa Schäublin / NMBE / zvg)

Die Museen in der Stadt Bern sind dann geöffnet, wenn der grosse Teil der Bevölkerung arbeitet. «Und wenn man Zeit hätte, eine Ausstellung zu besuchen, ist das Museum geschlossen», sagt Simon Jäggi, Leiter Kommunikation im Naturhistorischen Museum.

Also warum nicht einfach die Öffnungszeiten der Museen der «Lebensrealität» anpassen, fragte man sich im Naturhistorischen Museum, dem Museum für Kommunikation, dem Alpinen Museum und dem Kunstmuseum. Die vier Häuser sind federführend für das Pilotprojekt Museumsbier, das am 22. März 2018 startet – in der Woche nach der Museumsnacht.

Bis 20 Uhr offen

Funktionieren wird das Museumsbier so: Der Eintritt ist im ersten Getränk inbegriffen, das man in einem der Museumscafés bestellt. Man müsse auch nicht zwingend Bier oder Alkohol trinken, sagt Jäggi lachend. Die beteiligten Museen verpflichten sich, dass mindestens eine Ausstellung bis 20 Uhr zugänglich ist. In den meisten Fällen wird dies wohl die jeweilige Sonderausstellung sein.

Neben den vier Museen, die das Projekt lancieren, wollen auch die Kunsthalle und das Schützenmuseum mitmachen. Damit sind fast alle Häuser rund um den Helvetiaplatz beteiligt. Grosse abwesende Institution ist einzig das Historische Museum. Das Museumsbier wird auch im Hinblick auf ein anderes Projekt angezapft: die Museumsinsel.

Fernziel: Museumsinsel

Die sieben Museen rund um den Helvetiaplatz sollen in den nächsten Jahren zu einer Museumsinsel zusammenwachsen. «Diesen Gedanken müssen die einzelnen Häuser auch vorleben», sagt Simon Jäggi. Bauliche oder organisatorische Änderungen allein würden nicht ausreichen. Die Museen müssten aufhören, nur ihr eigenes Gärtchen zu pflegen, und gemeinsame Projekte anstossen.

Mit dem Museumsbier mache man einen ersten Schritt in diese Richtung, sagt Jäggi. Er ist überzeugt: «Nur auf diese Weise wird die Berner Museumslandschaft national sichtbar.» Die Museumsinsel ist ein Projekt von Burgergemeinde, Stadt und Kanton. Nächstes Jahr sollen die Ergebnisse einer Projektstudie vorliegen, welche die Partner in Auftrag gegeben haben. Die Burgergemeinde leitet das Projekt und finanzierte die Studie vor.

Berner Zeitung

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