Aus alt wird neu

Deisswil

Im Bernapark entstehen in den nächsten drei Jahren 170 Wohnungen und bis 500 zusätzliche Arbeitsplätze. Für Investor Hans-Ulrich Müller war ­am Donnerstag ein wichtiger Tag.

Im Innenhof des Areals entsteht ein Dorfplatz für allerlei Aktivi­täten.

Im Innenhof des Areals entsteht ein Dorfplatz für allerlei Aktivi­täten.

(Bild: PD)

Hans Ulrich Schaad

Im April 2010 kam es in der Kartonfabrik Deisswil zum grossen Knall. Die österreichische Besitzerin stellte den Betrieb per sofort ein, gut 250 Mitarbeitende standen auf der Strasse.

Am Donnerstag wurde es wieder laut auf dem ­Industrieareal. Diesmal war der Lärm ein positives Zeichen. Hans-Ulrich Müller stieg in einen Bagger. Mit einem Abbruchhammer spitzte Müller ein Loch in einen Betonboden und gab den Startschuss für die erste Bauetappe im Bernapark.

Es habe Nerven gekostet

Investor Hans-Ulrich Müller hat das riesige Areal nach dem Aus der Kartonfabrik übernommen und in den letzten Jahren die ­Vision Bernapark entwickelt. Er freue sich enorm, dass das Projekt nun real und greifbar werde, sagte er beim Spatenstich.

Der Prozess sei sehr anspruchsvoll gewesen und habe Nerven gekostet, bis alles definiert war und in strittigen Fragen Kompromisse gefunden waren. «Zusammen können wir Berge versetzen», fasste Hans-Ulrich Müller die letzten Jahre zusammen. Auch Stettlens Gemeindepräsident Lorenz Hess (BDP) sagte, dass es kein Spaziergang gewesen sei, bis alle Bewilligungen unter Dach und Fach gewesen seien.

Man lerne neue Ämter, Dienststellen und Reglemente kennen. Er sei froh, dass es ­keine Industriebrache bleibe. Er gab zu, dass die grossen Dimensionen ihn manchmal nachdenklich gestimmt hätten, ob das die Gemeinde bewältigen könne. Man habe alles durchgerechnet: «Ja, wir schaffen das.»

«Der Charme der historischen Gebäude, gepaart mit modernen Lösungen, schafft einen einmaligen Charakter im Bernapark», blickte Müller auf die erste Bauetappe «Bestandeszone». Durch Ein- und Aufbauten auf dem ehemaligen Industrieareal entstehen 173 Wohnungen mit einem breiten Mix: 56 Lofts, 87 Etagen- und Maisonettewohnungen sowie 30 möblierte Zimmer.

Dazu kommen Flächen für Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, wodurch die Zahl der Arbeitsplätze von 300 auf 800 steigen kann. Der Bernapark solle die Bedürfnisse des täglichen Lebens in den Bereichen Arbeit, Freizeit, Wohnen und Gesundheit an einem Ort befriedigen können, erklärte Müller. Es laufen parallel verschiedene Infrastrukturprojekte wie das Zentrum für Innovation, das Mobilitätszentrum, eine Markthalle und Gastroangebote.

Rund 100 Millionen Franken

Die erste Etappe soll bis 2021 abgeschlossen sei. Die ersten Mieter können gemäss Zeitplan bereits im Sommer 2020 einziehen. Bis zum Abschluss dieser ersten Bauetappe wird Hans-Ulrich Müller rund 100 Millionen Franken in den Bernapark investiert haben.

Für die weiteren Etappen gibt es noch keinen Zeitplan. Alles dauere aber Jahrzehnte, sagt der 68-Jährige. Er werde das Projektende im Bernapark wohl nicht mehr erleben.

Berner Zeitung

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