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Ausgehverbot: Wohlener Gemeindepräsident entschuldigt sich

Wohlens Gemeindepräsident Eduard Knecht wollte ein Ausgehverbot für Kinder mit dem Fall eines Zehnjährigen untermauern. Später stellte sich der Fall als erfunden heraus. Jetzt entschuldigt sich Knecht.

Wohlens Gemeindepräsident Eduard Knecht rudert zurück und entschuldigt sich, den angeblichen Fall eine Zehnjährigen nicht genauer verifiziert zu haben.
Wohlens Gemeindepräsident Eduard Knecht rudert zurück und entschuldigt sich, den angeblichen Fall eine Zehnjährigen nicht genauer verifiziert zu haben.
Urs Baumann

In verschiedenen bernischen Gemeinden geben derzeit nächtliche Ausgehverbote für Kinder zu reden. In Wohlen handelte sich der Gemeindepräsident Ärger ein, weil er die Forderung mit einer mutmasslichen Geschichte aus dem Dorf illustrierte. Nun hat er sich dafür entschuldigt.

Es sei unbedacht gewesen, eine solche Geschichte zur Erläuterung herbeizuziehen, ohne diese vorher verifiziert zu haben, schreibt Gemeindepräsident Eduard Knecht in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme.

Den Vorwurf, er habe wider besseres Wissen gehandelt, weist Knecht indessen zurück. Dazu hätte er weder persönlich noch politisch irgendeinen Anlass gehabt, schreibt der Gemeindepräsident in seiner Stellungnahme.

Ausgehverbot für unter 12-Jährige

Mitte Februar wurde bekannt, dass der Wohlener Gemeinderat künftig keine unter 12-jährigen mehr spätnachts ohne Begleitung Erwachsener auf den Strassen haben will. Er hat ein Polizeireglement in die Vernehmlassung geschickt, das unter anderem diese Bestimmung enthält.

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, erzählte Knecht den Medien von einem Zehnjährigen, den man in Wohlen um ein Uhr morgens mit einer Wodkaflasche im Rucksack aufgegriffen habe. Als man die Eltern angerufen habe, hätten sich diese geweigert, den Knaben abzuholen.

Doch rasch wurden Zweifel laut, ob sich dieser Vorfall wirklich so zugetragen hatte. Bei der Kantonspolizei war jedenfalls nichts aktenkundig. Und auch dem Sozialvorsteher der Gemeinde war der Fall nicht bekannt.

Zur Frage, ob sich der Fall tatsächlich in der geschilderten Form in Wohlen ereignet hatte, äusserte sich der Gemeindepräsident auch in seiner Stellungnahme von Donnerstag eher vage.

Er verwies auf die Kantonspolizei. Wie diese bestätigen könne, «gibt es Fälle von Jugendlichen, die nachts von der Polizei wegen übermässigen Alkoholkonsums aufgegriffen werden sowie Fälle von der Polizei aufgegriffener Jugendlicher, deren Eltern sich weigern, sie bei der Polizei abzuholen».

SDA/tag

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